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Bilder aus der Welt- und Schweizergeschichte : zur Lust und Lehr der Jugend / Jakob Grunder, Hans Brugger
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371
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VI. Die Schweiz und das Ausland.

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man in künftigen Kriegen für die Verwundeten und ihre Pflegerbesser sorgen konnte. Im Stadthaus von Genf vereinigten sich dieseGesandten zu einer Konferenz, welche General Düfour leitete.Ein Vertrag kam 1864 zustande, der alle Verwundeten im Krieg wieauch das Sanitätspersonal, d. h. die Ärzte und Krankenpfleger, samtallem, was sie zur Pflege brauchen, als unverletzlich und unantastbarerklärte. Man nannte dieses Übereinkommen die Genfer Konven-tion. Acht Staaten traten ihr sogleich bei; heute ist ihre Zahlauf 41 angewachsen. Was unter dem Schutze dieser Konventionsteht, trägt als Abzeichen das rote Kreuz im weißen Feld. —Es entstanden auch allerorts Vereine vom „Roten Kreuz", welchein Friedenszeiten die freiwillige Hilfe für den Kriegsfall vorbereiten.

Schon öfters haben angesehene Staats-

z. .... Männer unseres Landes andern Nationen

als Friedensvermittler und Schiedsrichter dienen können. Diese Ehrewurde u. a. in den 60er Jahren Jakob Stämpfli zuteil. In demblutigen Bürgerkrieg zwischen den nördlichen und südlichen Staatender Nordamerikanischen Union (1861—65) fügte das Raubschiff Ala-bama den Nordstaatlichen großen Schaden bei. Die Amerikanerkonnten beweisen, daß jenes Schiff in einem englischen Hafenort ge-baut und ausgerüstet worden war, und klagten die Engländer an,sie hätten die Neutralität verletzt. Schon drohte ein Krieg zwischenihnen auszubrechen. Zum Glück kamen beide Staaten überein, dieStreitfrage einem internationalen Schiedsgericht vorzulegen.Dieses tagte 1872 im Genfer Stadthaus. Einer der fünf Richter warJakob Stämpfli. In wenigen Wochen erlernte er die englische Sprache,um die Akten, d. h. die schriftlichen Beweisstücke, genau studieren zukönnen. Was er vorschlug, dem stimmten die andern Richter bei.England hatte eine Buße von 75 Millionen Franken an die Unionzu entrichten. — Heute ist es nicht mehr notwendig, bei jedem Streit-fall ein neues Schiedsgericht zu bilden. Seit 1899 besteht im Haag(Holland) ein internationales, ständiges Schiedsgericht. Hierkönnen alle Nationen ihre Streitigkeiten entscheiden und schlichtenlassen. Wo nicht das Dasein und die Unabhängigkeit eines Volks inFrage kommen, da sollte zwischen gebildeten Nationen nie mehr derblutige, barbarische Krieg den Entscheid geben.