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VI. Fortschritte der letzten Jahrzehnte.
mungen. Oft stand vom großen Moos bis nach Büren Himmler fastalles Land unter Wasser und drohte ein Sumpf zu werden. Der Arztund Regierungsrat Joh. Rud. Schneider machte sich die Trocken-legung des Seelands zur Lebensaufgabe. Wie oft hatte er als Knabevon seinem väterlichen Hause aus, das zu Meienried bei Bürenstand, dem verheerenden Element zugesehen. Es ging lange, bis ersein Ziel erreichte. Bier Kantone: Bern, Solvthurn, Freiburgund die Waadt, mußten zu dem Werk zusammenstehen. Der IngenieurLa Nicca schlug vor, man mochte mit der Aare das gleiche tun,was früher mit der Kander geschehen war. Wie man diese 1714 inden Thunersee geleitet hatte, so sollte man die Aare dem Bielerseezufließen lassen. Zwei Kanüle mußten gegraben werden, derHagneck-und der Nidan - Bürenkanal. An die Kosten, die 15 Millionenbetrugen, leistete der Blind einen Beitrag von 5 Millionen Franken.Den ersten Spatenstich tat man im Jahr 1868, und genau 10 Jahrespäter 1878 konnte die Aare in den Bielersee geleitet werden. DoktorSchneider, der ein Freund und politischer Kampfgenosse Stämpfliswar, hat diesen Triumph noch erlebt; er starb 1880. Durch dieKanalisation der Juragewässer sind Hunderte von Jucharten see-ländischen Bodens dem Anbau gewonnen worden.
Die öeririfchc Verfassungvon 1893.
: Im Jahr 1883 wählte der Kanton Bernzum dritten Mal einen Verfassungs-rat. Es war so manches an der 46erVerfassung zu verbessern. Doch die neue Verfassung, die dieser Ratzustande brachte, verwarf das Volk bei der Abstimmung, weil siedie Burgergüter aufhob. Die Revision gelang erst zehn Jahrespäter. Das Volk schenkte dem Großen Rat (1892) das Vertrauen,sie auszuarbeiten. Die 9 3er Verfassung ließ die Burgergüterals Privateigentum bestehen. Sie verminderte die Zahl der Groß-räte. Heute wird auf je 2500 Einwohner ein Großrat gewählt(früher auf je 2000 Einwohner). Sie hob die Sonderstellungdes neuen Kantonsteils auf. Dieser hatte sein eigenes Steuer-und Armenwesen. Erst jetzt war der Kanton Bern ein völlig einheitliches Staats Wesen geworden. Dem Armenwesen wurdeerhöhte Sorgfalt gewidmet. Eine besondere Armensteuer solltehelfen, alle Notarmen und Dürftigen hinreichend zu versorgen undnamentlich die Quellen der Armut zu verstopfen durch eine gute