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VI. Fortschritte der letzten Jahrzehnte.
bestimmten, daß die Einheit des Rechts geschaffen werde, unddaß der Bund ermächtigt sei, die süns Hauptbahnen des Landes(im Wert von einer Milliarde Franken) durch Kauf zu erwerben.Seit 1903 sind bereits vier dieser Bahnen zur Bundesbahn ver-einigt worden. Mit 1909 wird auch die Gotthardbahn zu ihr ge-hören. Die Schweiz und Italien haben unlängst einen zweitenAlpendurchstich vollendet. Im Sommer 1906 wurde derSimplon-tunnel vollendet und die Durchfahrt unter großen Feierlichkeiten er-öffnet. In wenigen Jahren wird auch der Lötschberg durchbohrtsein, zu welchem Werk das Bernervolk seine Hilfsgelder (Subventionen)mit großem Mehr bewilligt hat.
7. Arbeit, Zieste undGedenktage.
Rege Arbeit und eine gute Schulbildung: befähigen den Schweizer, sich im Wett-^ streit der Nationen zu behaupten. Land-
wirtschaft und Viehzucht haben sich namentlich im Bernerlandprächtig entwickelt. Für die Ausbildung tüchtiger Landwirte sorgt seit1860 die Schule auf der Rütti. Einen ehrenvollen Rang erkämpftensich auf dem Weltmarkt die Erzeugnisse der schweizer. Industrie(Uhren, Maschinen, Seidenstoffe, Stickereien). An den Weltaus-stellungen erhielten sie die höchsten Preise. Fehlen uns auch dieEisen- und Kohlenlager, so nutzen wir um so mehr die herrlichenWasserkräfte unseres Landes aus. Die Schweiz steht, sofern unsder Friede bewahrt bleibt, am Anfang einer noch viel großartigerengewerblichen Entwicklung. Der Bund unterstützt die landwirtschaftliche,die gewerbliche und kaufmännische Ausbildung; auch der Volksschulewendet er jährlich 2 Millionen Franken zu. Zur Förderung ihrerInteressen haben die Landwirte, die Gewerbe- und Handeltreibendensich zu großen Verbänden vereinigt. Der Schweizerische Bauern-bund entstand 1897. Das Genossenschaftswesen nimmt über-hand.
Nach den Mühen der Tagesarbeit ergötzt sich der Schweizergern an frohen Volksfesten (Schützen- und Sängerfeste, Turn-nnd Schwingfeste u. a. m.). Die großen Vaterlandstage zählt er zuden schönsten Erinnerungen seines Lebens. — Auch vergißt unserVolk niemals der historischen Gedenktage. Bern feierte 1853 dieErinnerung an seinen Eintritt in den Bund und errichtete damalsam Bramberg oberhalb Laupen ein Schlacht denk mal. Die Basier