Einleitung
1. Die Geschichte (von dem Worte: geschehen) ist die zu-sammenhängende und beglaubigte Erzählung wichtiger That-sachen. Sie macht uns mit denjenigen Ereignissen bekannt, die aufdie Entwickelung und Ausbildung des menschlichen Geschlechtesim einzelnen und im ganzen einen bedeutenden Einfluß ausgeübthaben.
2. Denn wie der einzelne Mensch der Erziehung bedarf, umzu einem richtigen Gebrauche seiner von der Güte des Schöpferserhaltenen Anlagen und Kräfte zu gelangen, so wird auch das ganzeMenschengeschlecht durch Gottes Leitung erzogen, damit esseiner hohen Bestimmung im ganzen immer näher komme. Freilichgeschieht es auch nicht selten, daß einzelne Glieder, Völker und Menschen,meist durch eigene Schuld, von jenem Ziele wieder abirren und sogarin ihrer Entwickelung zurückgehen.
3. Unsere Kenntnis über die geschichtlichen Thatsachen schöpfenwir teils aus Denkmälern, Inschriften, Münzen, teils aus münd-lichen und schriftlichen Überlieferungen. Unter diesen ist als dasherrlichste und lehrreichste Buch die Bibel oder die heilige Schriftzu nennen. Nach Angabe derselben und nach den Einsichten,welche wir uns bis jetzt von der Beschaffenheit der Erde durchNachdenken und durch Beobachtung erworben haben, hat diese, wiealles Gewordene, verschiedene Entwickelungsstufen durchgemacht, wasdie Bibel in den sechs Schöpfungstagen andeutet.
4. Die Wiege der Völker soll im Innern Asiens südlich vomAralsee gestanden haben, wo Gottes Natur dem noch unerfahrenenMenschen zur Befriedigung seiner Bedürfnisse eine reiche Fülle vonGaben darbot. — Von hier aus breiteten sich die Menschen beiihrer fortschreitenden Vermehrung nach und nach über die übrigenTeile der Erde aus. Durch Nachdenken, durch Bedürfnis und Notlernten sie ihre geistigen Anlagen entwickeln und ihre Kräfte anwenden.Dadurch erfanden sie, indem sie allmählich fortschritten, Handwerkeund Künste.
5. Boden und Klima sind auf der Erde überall verschieden,was auf die Lebensweise und die Entwickelung der Menschen mannig-
Beck-Viereck, Leitf. der Geschichte. 29. Anfl. 1