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fachen, bald günstigen, bald ungünstigen Einfluß ausübt. Schon ausdiesem Grunde mußten die Menschen bei ihrer Ausbreitung über dieErde sowohl in ihrer natürlichen Beschaffenheit, als auch inihrer geistigen Bildung nach und nach eine große MannigfaltigkeitX, darstellen.
6. Es werden in der Regel nach der Hautfarbe 5 Menschen-rassen unterschieden: 1. die weiße oder kaukasische (die Bewohnervon fast ganz Europa, von Vorderasien bis nach Indien und vonNordafrika); 2. die gelbe oder mongolische (die Bewohner vonNord- und Ostasien, die Lappen in Europa und die Eskimos inNordamerika; 3. die schwarze oder äthiopische (die Bewohnervon Mittel- und Südafrika sdie Negers); 4. die braune oder ma-layische (die Bewohner von Australien und Hinterindien); 5. dierote oder amerikanische (die Ureinwohner Amerikas sJndianerj).Doch heben diese Verschiedenheiten die Einheit des Menschen-geschlechtes keineswegs aus. — Alle geschichtlich wichtigen Völkergehören fast ausschließlich dem kaukasischen Stamme an, der inseinen verschiedenen Zweigen bis jetzt der eigentliche Träger einerfortschreitenden Entwickelung und einer höheren Gesittung gewesen ist.
7. Aus Familien bildeten sich Geschlechter, aus diesen Völkerund Staaten, d. i. Verbindungen von Menschen, die sich durch be-sondere Wohnsitze, eigentümliche Sprache, Sitten und bürger-liche Einrichtungen von einander unterscheiden. Horden vonMenschen, die noch ohne feste Wohnsitze und Staatseinrichtungenunstät umherwandern und sich von Fischfang, von der Jagd undViehzucht nähren, heißen Nomaden.
8. Von größerer Bedeutung als die in der körperlichen Be-schaffenheit begründete Mannigfaltigkeit der Völker sind die geistigen,besonders die religiösen Unterschiede. Anfangs sahen die VölkerGegenstände in der Natur (Steine, Holzstücke, Bäume, Gewässer),Naturerscheinungen und Naturkräfte (Licht, Finsternis, Donner)als göttliche Wesen an. Dieser Glaube führte notwendig zur Viel-götterei (Polytheismus). Erst nachdem die Völker eine höhere Stufeder Gesittung erreicht hatten, erkannten sie, daß das Bewegende inder Natur von einer Kraft ausgehe. Diesen einen geistigen Gott(Monotheismus) verehrten zuerst allein die Juden, unter denen des-halb auch der Sohn Gottes auftreten konnte.
9. Den Mittelpunkt in der Geschichte des Menschengeschlechtesbildet die Erscheinung Christi als des Erlösers und Heilandesder Menschen. Denn durch Christus ist uns offenbar worden,daß wir göttlichen Geschlechtes und einer stets fortschrei-tenden Vervollkommnung fähig sind. Auch hat er uns dierechten Mittel hierzu gegeben und hat den Weg gezeigt, auf demwir diesem Ziele immer näher kommen können.