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4. Damit begann auch das Reich zu zerfallen. _
Unter seinem Sohne Rehäbeam (975) trennte es sich 075
in zwei Staaten, indem zehn Stämme diesen nicht an- l
erkannten und sich einen eigenen König, Jerobeam, und Juda.aus dem mächtigen Stamme Ephraim wählten. ^-
So entstanden zwei Staaten: das Reich Juda mit der Haupt-stadt Jerusalem und das Reich Israel mit der Hauptstadt Sa-märia. Diese bekriegten sich oft und führten durch inneren Zwistund durch wiederholten Abfall vom wahren Gott zu unsittlichemGötzendienst bald ihren Untergang herbei. Vergebens hatten davorgotterleuchtete Seher, Propheten genannt, wie Elias, Jesaias,Jeremias und andere gewarnt.
5. Das Reich Israel wurde 722 von den Assyriern unterSalmanassar und das Reich Juda 586 von Nebukadnezarzerstört. Der bessere Teil des Volkes in den beiden Reichen wurdevon den Eroberern nach Mesopotamien verpflanzt. Die hier ver-brachte Zeit ist die babylonische Gefangenschaft der Juden, währendderen die ausgezeichneten Propheten Ezechiel und Daniel lebten.
6. Erst als Kyrus jenes Land erobert hatte (539), erlaubteer dem Volke, in die Heimat zurückzukehren und den Tempel wiederaufzubauen. Dies geschah unter Esra und Nehemla.
7. Die Drangsale der langen babylonischen Gefangenschaftblieben nicht ohne Nutzen für das Volk. Im Glauben erstarkt,hielten sie von nun an unerschütterlich fest an ihrer alten Gesetz-gebung und Verfassung. Doch entstanden unter ihnen mehrere Sekten,unter denen die der Pharisäer und Sudduzäer die bekanntestenwurden. — Später kamen auch die Juden mit den übrigen Völker-schaften Vorderasiens unter das römische Weltreich.
§ 9.
Die Phönizier.
1. Unter den Völkern des Altertums, die sich durch mannigfacheErfindungen, durch ausgebreitete Schiffahrt und durch bedeuten-den Handel vor andern auszeichneten, sind besonders die Phönizierzu nennen. Diese wohnten nordwestlich von den Juden, mit denensie stammverwandt waren, in dem schmalen und gebirgigen Küsten-striche Syriens, wo neben andern ihre beiden Hauptstädte Sidonund Tyrns lagen.
2. Den Phöniziern werden viele wohlthätige und wichtigeErfindungen zugeschrieben. Hierher gehört vor allem die durch Nach-bildung der menschlichen Sprachlaute entstandene Buchstabenschrift.Diese kam später zu den Griechen und von diesen nach Italienzu den Römern, von denen wir sie kennen lernten. Denn die phö-