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dem Geschlechte Aarons der vornehmste war. Zur Zeit der Notwählte man auch einige tapfere Männer, Richt er genannt, als An-führer im Kriege.
2. Von dem Richter Samuel forderte das Volk nach demBeispiele der Nachbarn einen König. Er gab dem Verlangen desVolkes nach und salbte Sanl aus dem Stamme Benjamin zumersten Könige. Seitdem wurden die Jsraeliten von Königenregiert, unter denen David und Salomo die berühmtesten sind.
. 3. David, der Sohn Jsais, aus dem Stamme
^050 (?) Juda, zeichnete sich schon als Hirtenknabe durch EinsichtDavid^' und Mut aus, wie er im Kampfe mit dem prahlenden
- Riesen Goliath bewies. Rührend ist seine zärtliche
Freundschaft gegen Jonathan, den Sohn Sauls, und löblich derEdelmut, mit dem er seine Feinde (wie Saul und dessen Nachkommen)behandelte. Selbst bei seinen Fehlern und Vergehen ist der demütigeSinn zu achten, mit dem er sie offen und büßend bereute.
4. David führte die beste Zeit des jüdischen Volkes herbei,dessen Glück zu fördern, er für seine schönste Herrscherpflicht hielt.Er kämpfte siegreich mit den Feinden der Juden, machte Jerusalemzum Königssitze und erbaute daselbst die Burg Zion, wohin dieStiftshütte mit der Bundeslade gebracht wurde. Bei dieser alsdem gemeinsamen Nationalheiligtum pflegte das ganze Volksich zu versammeln.
5. Von seiner aufrichtigen Frömmigkeit und seinem tiefen gott-ergebenen Gemüte zeugen besonders seine herrlichen religiösen Lieder,die noch erhaltenen Psalmen.
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Salomo.
1. Salomo, Davids Sohn und Nachfolger, machte sich durchPracht und Reichtum, aber auch durch Einsicht und Weisheit weit-hin berühmt.
2. Er ließ auf dem Felsen Morijah, einem der Hügel vonJerusalem, auf dem einst Abraham seinen Sohn Jsaak opfernwollte, durch phönizische Werkmeister und Künstler den prachtvollenTempel erbauen, der eines der hervorragendsten Gebäude des Alter-tums war.
3. Von seiner Lebensweisheit zeugen besonders seine vortrefflichenSprüche. Aber selbst an Salomo bewies es sich, daß der Menschnur schwer mit Gleichmut großes und ungetrübtes Glück zu ertragenvermag. Durch dieses geblendet, versank er nämlich in Sinnengenußund Weichlichkeit bis zum Abfall vorn wahren Gott.