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Dr. Joseph Becks Leitfaden beim ersten Unterricht in der Geschichte : in vorzugsweise biographischer Behandlung und mit besonderer Berücksichtigung der deutschen Geschichte
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d. i. Sonne), König der Perser. Diese waren ein einfaches undkräftiges Bergvolk an der Ostseite des Persischen Meerbusens. Siewaren lange Zeit dem stammverwandten Volke der Meder, welchenördlich von ihnen wohnten, Unterthan, bis sie Kyrus befreite undzum herrschenden Volke in Asien machte.

2. Die Schicksale dieses Mannes sind ebenso wunderbar, wielehrreich. Die Sage erzählt: Ast^nges, König der Meder (um600 vor Christus), hatte seine Tochter Man dune an einen vor-nehmen Perser, Kamb>ses, vermählt. Da träumte ihm einst, seineTochter gösse Wasser aus, das ganz Asien überschwemme; ein andermalwieder, daß von seiner Tochter ein Weinstock emporwachse, der mitseinen Zweigen ganz Asien überschatte. Die Traumdeuter erklärten,des Königs Tochter werde einen Sohn erhalten, der ganz Asienerobern würde.

3. Hiedurch wurde Astyages erschreckt, als ob sein Enkel einstauch ihn des Thrones berauben könne. Er gab daher, als Man-dane einen Knaben bekam, seinem Hosbedienten Harpngus denBefehl, denselben zu töten. Doch sener erbarmte sich des schuldlosenKindes und übergab es einem Hirten, der es bei sich behielt und erzog.

4. Kräftig und kühn wuchs der Knabe, Kyrus genannt, unterseinen Gespielen heran. Als diese ihn einst bei einem Spiele zuihrem Könige erwählt hatten, ließ er einen der Knaben peitschen, der ihmnicht gehorchen wollte. Dieser war der Sohn eines vornehmen Hof-bedienten und klagte es weinend seinem Vater, dieser aber voll Zorndem Ast^nges. Kyrus, vor den König gerufen, fürchtete sich nicht,sondern sagte mit vielem Freimut:Sie hatten mich zu ihrem Königegemacht, und da habe ich gethan, wozu ich ein Recht hatte."

5. Diese mutige Antwort und die Gesichtszüge ließen den Königbald in dem Hirtenknaben seinen Enkel erkennen und lieben. DieTraumdeuter aber beruhigten den Astyages dadurch, daß sie erklärten,des Königs Traum sei nun erfüllt, indem der Knabe bereits Königgewesen sei.

6. Als Kyrus zum Manne herangewachsen war, sah er mit Un-

willen, wie schwer das medische Joch auf seinem Vaterlande Persienlastete, und beschloß, dieses zu befreien. In solcher Absicht ließ erseine Landsleute eines Tages ein dornenvolles Feld unter harterArbeit urbar machen, des andern Tages aber sie aus einer Wiesereichlich bewirten. Jenes sollte ihnen ein Bild ihres gegenwärtigenmühevollen, dieses dagegen ein Bild ihres künftigen glücklichen Zustandessein, wenn sie sich von den Medern lossagen und sich selbständigmachen würden. Dieses thaten sie auch und besiegten die Meder559 v. Chr. Hierauf dehnte Kyrus seine Herrschaft IFZnoch weiter in Asien aus und unterwarf die meisten v Chr.Völker vom Indus bis zum Mittelmeere. Kyrus.