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Dr. Joseph Becks Leitfaden beim ersten Unterricht in der Geschichte : in vorzugsweise biographischer Behandlung und mit besonderer Berücksichtigung der deutschen Geschichte
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Erbittert luden ihn nun die Tribunen vor die Volksgemeindezur Verantwortung. Coriolan aber erschien nicht, sondern ver-bannte sich selbst, indem er zu den Volskern, den Feinden derRömer, ging.

3. An der Spitze der Volsker brachte er Rom in große Be-drängnis. In dieser Not sendeten die Römer wiederholt Gesandt-schaften von Senatoren und Priestern an ihn ab, vermochten aberCoriolans Rachegefühl nicht zu besänftigen.

4. Da kam seine alte, tiefgebeugte Mutter in Begleitung vonanderen ehrwürdigen römischen Frauen oder Matronen ins vols-kische Lager. Beim Anblick der Mutter stürzte Coriolan ihrentgegen, um sie zu umarmen. Sie aber stieß ihn zurück undsprach: „Laß mich erst wissen, ob ich mit meinem Sohne oder mitdem Feinde meines Vaterlandes rede!" Dies brach den harten undstolzen Sinn Coriolans. Von kindlicher Liebe besiegt, rief erweinend aus: „Mutter! Rom hast du gerettet, aber deinen Sohnverloren!"

Er hob nun die Belagerung Roms auf und führte das Herrder Volsker zurück. Diese sollen ihn später getötet haben.

§ 36.

Die Gesetzgebung der zwölf Tafeln.

1. Von den Tribunen geleitet, kamen die Plebejer ihremZiele, gleiche Rechte mit den Patriziern zu erlangen, immernäher. Zunächst verlangten sie auf den Vorschlag der Tribunengeschriebene, für alle Bürger gleichgeltende Gesetze,um jede Willkür in der Rechtspflege, welche in den Händen derPatrizier lag, zu beseitigen.

2. Nach langem Widerstreben schickte der Senat endlich dreiMänner nach Griechenland, um die Gesetze und Staatseinrichtungender Griechen kennenzulernen. Nach ihrer Rückkehr wurden Zehn-manner (Decemvirn) gewählt und so lange mit der ——höchsten Gewalt bekleidet, bis sie die neuen Gesetze zu- ^ .

stände gebracht hatten. Die neuen Gesetze wurden in 0 .,,^zwölf eherne Tafeln eingegraben, von der Volksver- ^laesetzesammlung gutgeheißen und auf dem Forum, dem - ^ — - -Hauptplatze der Stadt Rom, zu jedermanns Kenntnis aufgestellt.(Appius Claudius, Virginia.) Dies geschah um 450 v. Chr.

3. Von nun an erlangten die Plebejer durch Beharrlichkeitund durch kräftiges, aber stets gesetzliches Benehmen immer mehrRechte, so 445 das wichtige Recht, daß Ehen zwischen Patriziernund Plebejern rechtsgiltig sein sollten. Endlich machten zwei ausge-zeichnete Volkstribnnen, Licinius Stolo und Lucius Sextius,die Gesetzesvorschläge, 1. daß niemand mehr als 500 Morgen vornStaatsacker haben, 2. daß einer der beiden Konsuln ein Plebejer