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geliehenes Geld sehr hohe Zinsen von den verschuldeten Plebejern,die samt ihren Familien den Gläubigern mit ihrer Person haftbarwaren. Mehrmals war es den Patriziern gelungen, durch leere Ver-sprechungen den Ausbrnch von Unruhen zu verhindern.
3. Als aber einst ein alter, verdienter plebejischer Kriegshaupt-mann aus dem Schuldkerker entsprang und das Volk blutige Merk-male schwerer Mißhandlung an ihm sah, entstand eine große Be-wegung/ Erbittert verweigerte es den Kriegsdienst, verlangte Er-leichterung der Schuldenlast und zog, als es nicht gehört wurde, aufden heiligen Berg in der Nähe Roms, um dort eine neue Stadtzu gründen (494).
4. Jetzt sahen sich die Patrizier zum Nachgeben genötigt undschickten Gesandte ab, darunter den beim Volke beliebten Menoniu sAgrippa. Dieser erzählte dem Volke ein Gleichnis vom Magen,gegen den sich einst die übrigen Glieder des Leibes empört hätten,weil er allein nicht arbeite, sondern nur das verzehre, was jene ihmverschafften. Daher hätten sie ihm keine Speise mehr geliefert, wodurchder Magen verschrumpft, batd aber auch der ganze Körper zu Grundegegangen sei.
—— 5. Dieses Gleichnis, noch mehr aber die Minderung
v. Chr. der Schuldenlast und die Bewilligung von VertreternVolks- bestimmten das Volk zur Rückkehr nach Rom. Diese
tribunen in Vertreter waren die sogenannten Bolkstribunen,anfangs zwei, dann fünf, später zehn jährlich von undaus den Plebejern erwählte Männer. Sie hatten die Rechte der-selben gegen den Senat und die Patrizier zu wahren und konntendurch ihre Einsprache (das sog. Veto) jede den Plebejernnachteilige Maßregel vereiteln. Ihre Person war heilig undunverletzlich, und ihr Haus mußte Tag und Nacht für Hilfesuchendeoffenstehen.
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Casus Marcius Coriolauns.
1. Der Stolz des patrizischen Standes ertrug die denPlebejern erteilte Vergünstigung nur mit Unwillen. Einer der aus-gezeichnetsten Männer jenes Standes war damals Cajus Marcius.Er hatte wegen seiner bei Eroberung der volskischen Stadt Corlölibewiesenen Tapferkeit den ehrenvollen Beinamen Coriolauns er-halten.
2. Um jene Zeit herrschte in Rom eine große Hungersnot.Da ließ der Senat Getreide aus dem fruchtbaren Sizilien kommenund wollte es unentgeltlich unter das Volk austeilen. Aber Co-riolan widersprach aus Haß gegen die Plebejer und wollte dieseso lange hungern lassen, bis sie dem Volkstribunate entsagten.