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Dr. Joseph Becks Leitfaden beim ersten Unterricht in der Geschichte : in vorzugsweise biographischer Behandlung und mit besonderer Berücksichtigung der deutschen Geschichte
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4. Der Beruf des wahren Christen ist demnach , treu undunablässig dahin zu wirken, daß das Reich Gottes komme in ihmund in andern, d. i., daß alles Wahre, Gute und Schöne, dessender Mensch vermöge seiner göttlichen Natur fähig ist, durch die Mittel,die uns Christus an die Hand giebt, immer mehr verwirklicht werden.Je mehr das Reich Gottes kommt, desto mehr muß das Böseschwinden, indem durch dasselbe alle Verhältnisse des menschlichenLebens verbessert, veredelt und vervollkommnet werden.

5. Das Christentum ist es daher, das, wie der Erlöser selbstsagt, wie der Sauerteig ins Brot, so in alle Verhältnisse des mensch-lichen Lebens eindringen muß, um das Unreine und Unlautere ausihnen zu entfernen und sie zu Aäntern und zu verbessern. Der wahreBekenner des Christentums ist daher in einem fortwährenden Kampfemit der Sünde und dem Reiche der Finsternis begriffen.

8 53.

Ausbreitung des Christentums. Das Christentum als Staats-religion durch Konstantin.

1. Daß seine Lehre und Stiftung bekannt und ausgebreitetwerden, dazu berief der Erlöser seine nächsten Schüler, die Jüngerund Apostel, die das Evangelium allen Völkern verkünden sollten.Diese Aufgabe hat am besten Paulus gelöst, indem er auf seinenReisen (um 50 n. Chr.) das Christentum in Kleinasien, Mazedonienund Griechenland predigte.

2. Die innere göttliche Kraft des Christentums, das allein injeglicher Erdennot wahren Trost geben kann, verschaffte ihm in allenTeilen des römischen Reiches um so schneller zahlreiche Anhänger, jetrostloser sich die Zeit unter der Kaiserherrschaft gestaltete.

3. Aber bald ergingen über die Christen blutige Verfolgungen. Dennman hielt sie für eine staatsgefährliche Sekte und für Gottesleugnerund haßte sie, weil sie den Kaisern keine göttliche Verehrung erzeigenwollten.

4. Diese Christenverfolgungen begannen schon unter Neroim Jahre 64 n. Chr. und wurden dann von Zeit zu Zeit teils ineinzelnen Städten und Ländern, teils im ganzen römischen Reichewiederholt. Man zählt etwa zehn größere Christenverfolgungen.Schrecklich waren die Martern, welche die Christen für ihren Glaubenerdulden mußten. Viele wurden gekreuzigt, andere den wilden Tierenzum Zerreißen vorgeworfen, andere mit Werg umwickelt und angezündet.

5. Aber mit Seelenruhe und freudiger Ergebung gingen dieChristen allen Todesqualen entgegen. So hoher Sinn rührte dasHerz manches Heiden und machte ihn begierig, die Lehre näher kennen-zulernen, welche dem Menschen solche Kraft verleihe und ihn selbst