78
Gottes und den Himmel, wo den Guten die herrlichsten Genüsse, denBösen aber harte Strafen erwarten. Jedem Menschen ist sein Lebens-schicksal von Gott unabänderlich vorherbestimmt (Fatalismus). DieseLehren hat sein Schwiegervater Abu Bekr im Koran (d. i. Samm-lung), dem Religionsbuche der Muhammedaner, nach den Aus-sprüchen des Propheten aufgeschrieben.
6. Muhammed fand anfangs großen Widerspruch und mußte—^22°— sogar 622 von Mekka nach Medlna flüchten. DiesBeginn der ^ dw Hedschra, d. i. Auswanderung, von welchermühamme- die Muhammedaner ihre Jahre zählen. Dort fanddänischen er bald viele Anhänger und unterwarf nach und nach
Zeit- ganz Arabien seiner Religion und Herrschaft. Er^rechnung. s^.h ^32 ^ wurde zu Medina begraben.
———— 7. Da es Pflicht des Muhammedaners ist, den
Islam sogar mit Feuer und Schwert auszubreiten,fterrsckaüin dehnten Muhammeds Nachfolger, die Kalifen, dieSpanien. Inhaber der höchsten weltlichen und geistlichen Gewalt,' ihre Herrschaft bald über einen großen Teil Asiens,über Ägypten und Nordafrika aus. Die Araber gingen sogar unterdem Feldherrn Tarik bei den Säulen des Herkules, von nun anGibraltar (d. i. Oebel al larik, Berg des Tarik) genannt, nachSpanien hinüber (711). Hier unterwarfen sie allmählich die West-goten, die sich nur in den Gebirgen des nördlichen Spaniens unab-hängig erhielten.
7A2 8. Von Spanien aus wollten die Araber durch das
Schlacht Frankenreich bis Konstantinopel vordringen. Aberbei Tours- der Sieg des Hausmeiers Karl Martell (d. i. derHammer) bei Tours (732) rettete Europa vor der Überflutungdurch die Araber und das Christentum vor dem Islam. Die Arabermußten nach Spanien zurückweichen. Hier hatten sie längere Zeitsehr blühende Reiche. Sie wurden aber von den Christen, die sichin dem nördlichen Gebirgsland unabhängig erhalten und nach undnach wieder mehrere Königreiche, namentlich Kastilien und Ara-gonien, gestifet hatten, nach langen Kämpfen mehr und mehrzurückgedrängt. Doch wurden sie erst durch König Ferdinand denKatholischen von Aragonien gänzlich vertrieben, indem er dasletzte maurische Reich Granäda 1492 eroberte.
9. Im Morgenlande war anfangs Damaskus in Syrien,später Bagdad am Tigris der Sitz der Kalifen. Die ausge-zeichnetsten Kalifen sind die Abassiden, die seit 750 regierten unddurch Beförderung der Künste und Wissenschaften eine hohe Blüteder arabischen Herrschaft herbeiführten. Der berühmteste dieser Kalifenist Harun al Raschid, d. i. der Gerechte, ein Zeitgenosse Karlsdes Großen, der Hauptheld in „Tausend und eine Nacht". —Als aber später türkische Stämme (seit 1000) nach und nach in