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Bruder Eberhard, die Reichskleinode (Krone, Mantel, SchwertsLanze) dem mächtigen Herzog Heinrich von Sachsen zu bringenund dessen Wahl zum Könige zu fördern, weil dieser tüchtiger er-schien, für das Wohl des Vaterlandes zu sorgen. Eberhardrichtete redlich den Auftrag seines Bruders aus, und so folgte dassächsische Kaiserhaus (919—1024) mit
2. Heinrich I. (919—936). auf dem deutschenHeinrich I., Throne. Heinrich war ein sehr frommer, einsichts-der Retter' voller und tapferer Fürst, der seine ganze Sorgfalt zurDeutsch- Rettung des Vaterlandes vor dem inneren Verfall—^ und vor äußeren Feinden verwendete. In hartenKämpfen erzwäng er zunächst von den Großen des Reiches seineAnerkennung. Mit den Ungarn, die verheerend und plündernd bisnach Sachsen vorgedrungen waren, schloß er gegen eine Abgabeeinen neunjährigen Waffenstillstand. Diese Zeit benutzte er, um festePlätze, aus denen später Städte entstanden, anzulegen und einReiterheer zu bilden, das er in siegreichen Kriegen gegen dieSlawen erprobte. Als der Waffenstillstand abgelaufen war, ver-weigerte Heinrich die Abgabe. Als die Ungarn nun wieder ver-wüstend in Deutschland einbrachen, besiegte er sie an der Unstrnt(933). Ihm folgte sein thatkräftiger Sohn
3. Otto I., der Große (936—973). Bei der KrönungOttos zu Aachen, die der Erzbischof von Mainz als Erzkanzlerdes Reiches vollzog, verrichteten die ersten Fürsten des Reiches zumZeichen ihrer Unterthünigkeit zuerst die sogenannten Erzämter.*
Otto herrschte mit vieler Umsicht und Kraft. Die wieder-holten Aufstände der Großen, an denen sogar seine Verwandtenteilnahmen, unterdrückte er und beschränkte die herzogliche Macht.Er zwang die Dänen und später auch die Böhmen zur Anerken-nung der deutschen Hoheit. Slawische Gebiete zwischen Elbeund Oder gewann er durch die Thatkraft Hermann Billungs und desMarkgrafen Gero dem Deutschtum wieder und sorgte überall eifrigstfür Ausbreitung des Christentums. Er errichteteBistümer (z. B. Havelberg, Brandenburg), welche erdem von ihm gegründeten Erzbistum Magdeburg unter-stellte. Die wiederkehrenden Ungarn schlug er aus demLechfelde bei Augsburg so entscheidend (955), daß
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Schlachtaus demLechfelde.
sie von nun an von ihren Raubzügen nach Deutschland abstanden.
* Bei dem öffentlichen Krönungsmahle bedienten nämlich den Königder Herzog von Franken als Truchfeß, d. i. der für die Speisen sorgt, derHerzog von Schwaben als Mundschenk, der Herzog von Lothringen alsKämmerer, der Herzog von Baiern als Marschall, d. i. der denMarstall des Königs beaufsichtigt Diese Hofämter galten von nun anals die höchsten Reichswürden.