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Dr. Joseph Becks Leitfaden beim ersten Unterricht in der Geschichte : in vorzugsweise biographischer Behandlung und mit besonderer Berücksichtigung der deutschen Geschichte
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4. Während einzelne ungeordnete Scharen vollEifer unter Peter dem Einsiedler, dem Ritter

Walter von Habenichts und andern vorauseilten, Amn der

meist aber umkamen, sammelte sich das eigentliche Kriegs- -

Heer unter Gottfried von Bouillon^, dem frommen und tapfernHerzog von Nieder Lothringen, und unter anderen Fürsten imSpätjahre 1096 bei Konstantinopel und setzte von hier nachAsien hinüber. Die wichtigeren Führer der Kreuzfahrer neben Gott-fried waren sein Bruder Balduin, Graf von Flandern, HerzogRobert von der Normandie, Graf Raimund von Toulouse, FürstBoiimund von Tarent, dessen ritterlicher Neffe Tankred u. a.

5. Aber die Mehrzahl der Kreuzfahrer war auf dem mühevollenZuge durch Kleinasien und Syrien durch Unbekanntschaft mitOrt und Klima, durch Hunger und Hitze und durch beständigeKämpfe mit den Türken zu Grunde gegangen. Besonders bei derBelagerung von Antiochia geriet das Heer in große Gefahr, ausder es durch die wunderbare Auffindung der „heiligen" Lanze gerettetwurde. Nur etwa 20000 streitbare Männer kamen 1099 in derNähe Jerusalems an.

6. Als das Heer die heilige Stadt erblickte, fielen — i i»»«

alle auf die Kniee nieder, küßten den Boden und weinten ^ ^

Thränen des Dankes und der Freude. Eine starke Jerusalems,türkische Besatzung verteidigte die befestigte Stadt aufs

tapferste. Sie wurde erst nach einer mehrwöchigen, mühevollen Be-lagerung und nach blutigen Kämpfen von den Pilgern erstürmt(Juli 1099), die nun mit entsetzlicher Mordlust unter den Ein-wohnern wüteten.

7. Gottfried wurde von den Kreuzfahrern zum Könige vonJerusalem gewählt. Aber er wollte da keine Königskrone tragen,wo der Erlöser die Dornenkrone getragen hatte, und nannte sich nurSchutzherr des heiligen Grabes. Er starb jedoch schon imfolgenden Jahre (1100), worauf sein Bruder und NachfolgerBalduin den Königstitel annahm.

8. Aber das neue Königreich der Franken, wie man die christ-lichen Abendländer im Morgenlande nannte, konnte sich gegendie wachsende Macht der Türken nur durch fortwährende Unter-stützung des Abendlandes erhalten. Daher wurden fast zwei Jahr-hunderte hindurch wiederholt bewaffnete Züge* ** nach dem Morgen-

* Bouillon, ein Schloß des Herzogs Gottfried, im heutigenKönigreich Belgien.

** Die Hauptkrenzzüge sind:

1. unter Herzog Gottfried von Bouillon im Jahre 1096;

2. unter dem deutschen Kaiser Konrad III. im Jahre 1147;