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Dr. Joseph Becks Leitfaden beim ersten Unterricht in der Geschichte : in vorzugsweise biographischer Behandlung und mit besonderer Berücksichtigung der deutschen Geschichte
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Kräfte wurde aber vorzeitig durch den aufs heftigste wieder ent-brannten Kampf gegen die lombardi sehen Städte und gegen diePäpste aufgerieben, von denen Jnnocenz IV. den Kaiser alsKetzer bannte und für abgesetzt erklärte. Die auf Veranlassung desPapstes in Deutschland gewählten Gegenkönige bekämpfte FriedrichsSohn Konrad mit Erfolg.

Unter Friedrichs Regierung begann der deutche Ritter-orden die Eroberung des heidnischen Preußenlandes, wohin deutscheKolonisten mit dem Christentum deutsche Gesittung - , - —brachten. - Die das Deutschtum bedrohende Mou-goleugefahr wurde durch die blutige Schlacht auf derWalstatt bei Liegnitz glücklich abgewendet (1241).-

4. Konrad IV. war der letzte hohenstaufische König aufdem deutschen Thron. Bei seinem Tode (1254) hinterließ er einenunmündigen Sohn, Konradin, den letzten Sprößling des einst sogewaltigen Hauses. Fast verarmt, war dieser in Deutschland vonseiner Mutter sorgfältig erzogen worden.

5. Von der g hibellinisch en Partei in Italien —.-

eingeladen, zog er als sechzehnjähriger Jüngling mit -i-

einem Heere, das er durch Verkauf der letzten hohen- -1

staufischen Güter in Schwaben geworben hatte, über die Alpen,um sein väterlichrs Erbe, Neapel und Sizilien, wieder zu erobern.Denn dieses war von den Päpsten an Karl von Anjou, einenBruder König Ludwigs IX. von Frankreich, verschenkt worden. Kon-radin wurde aber (bei Skurcöla, östlich von Rom) geschlagen,aus der Flucht gefangen und mit seinem treuen Freunde Friedrichvon Baden*, der mit ihm gezogen war, zu Neapel auf Befehldes grausamen Karl öffentlich hingerichtet (1268). Doch riß sichdie Insel Sizilien durch die „sizilianifche Vesper" von der Herr-schaft der übermütigen Franzosen los (1282).

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Rudolf von Habsbnrg.

1. Mit dem Ausgange der Hohenstaufen (1254) beginnt fürDeutschland das sogenannte Zwischenreich (Interregnum), „diekaiserlose, die schreckliche Zeit". Weil ein kräftiger Herrscher an derSpitze des Deutschen Reiches fehlte, schien sich alle Ordnung aufzu-lösen. Das Fehdewesen blühte. Rohe Selbsthilfe und Gewalt-thätigkeit (das sogenannte Faustrecht) traten an Stelle der Gesetzes-herrschaft. Sogar zwei ausländische Fürsten hatten gleichzeitig mehrereJahre hindurch die römische Kaiserwürde bekleidet, ohne sich umDeutschland zu bekümmern.

* Gewöhnlich Friedrich von Österreich genannt, weil er durchfeine Mutter Erbansprüche auf das Herzogtum Österreich hatte.

Beck-Viereck. Leitf. d. Geschichte. 29. Aufl. 7