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gewissen Fürsten, die jene nach und nach vorzugsweise in die Händebekommen hatten, gesetzlich als ausschließliches Recht übertragen.
3. Die sieben Kurfürsten (oder Wahlfürsten von küren, d. i.wählen) waren die drei geistlichen, die Erzbischöfe von Mainz,Trier und Köln, und die vier weltlichen, nämlich der Königvon Böhmen, der Pfalzgraf bei Rhein, der Herzog vonSachsen und der Markgraf von Brandenburg. Diese Kurfürstengingen im Range allen anderen Fürsten und Ständen des Reichesvoran und erhielten große Vorrechte. Mit den Kurländern wurdendie Erzämter des Reiches verbunden. — Frankfurt wurde alsWahlort und Aachen als Krönungsort festgesetzt..
4. Nach Karls Tode (1388) trat eine große Verwirrung imReiche ein. Denn sein Sohn Wenzel, der ihm in Böhmen undals deutscher König folgte, zeigte sich so willkürlich und unwürdig,daß er abgesetzt wurde. Statt seiner wurde der tapfere KurfürstRuprecht von der Pfalz gewählt, während neben ihm Wenzel nocheinigen Anhang im Reiche behielt. Nach Ruprechts Tode (1410)hatte das Reich sogar eine zeitlang drei Könige, bis Wenzels Bruder,Sigismund, Zuletzt allgemein anerkannt wurde.
5. Eben so große Verwirrung war in der Kirche eingetreten,indem drei Päpste neben einander in verschiedenen Ländern Anerken-nung gefunden hatten. Durch die Bemühungen des Kaisers Sigismundkam endlich eine große Kirchenversammlnng in Konstanz (1414)zustande, welche die Kirchenspaltung beilegen sollte.
Um die Einheit der Kirche wiederherzustellen, entsetzte die Kirchen-Versammlung nach dem Grundsätze, daß sie über dem Papste stehe,alle drei Päpste ihrer Würde und wählte einen neuen Papst. Dochkam die beabsichtigte Reformation der Kirche an Haupt und Gliedernnicht zu stände.
6. Dagegen entschied die Kirchenversammlnng über die Lehrendes Johann Hus, Professors an der Hochschule zu Prag. Er-halle nämlich nach dem Vorgänge des Engländers Wiclif die Lehrevom Ablaß und von der unbeschränkten Herrschaft des — >Papstes bekämpft. Auch verlangten er und seine An-
Hänger, daß auch den Nicht-Geistlichen oder Laien das b!
heilige Abendmahl unter beiderlei Gestalt des -
Brotes und Weines gereicht werde. Hus wurde zur Verant-wortung nach Konstanz geladen, aber für einen Ketzer erklärt undtrotz des ihm von Kaiser Sigismund zugesicherten freienGeleites 1415 verbrannt.
7. Gleiches erduldete im folgenden Jahre sein gleichgesinnterFreund und Schüler Hieronimus von Prag. Aber das Schicksaldieser Männer, die so standhaft für ihre Überzeugung in den Todgegangen waren, erregte unter ihren Anhängern in Böhmen, den