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2. Darüber entstand ein langer Bürgerkrieg im Reiche, bisLudwig der Bai er bei Mühldorf am Jnn über seinen Gegnersiegte. (Die Sage vom „frommen Sch weppermann".) BurggrafFriedrich von Nürnberg hatte durch sein Eingreifen aus demHinterhalte den Sieg entschieden. Friedrich wurde gefangen genommenund auf die Burg Trausnitz in der Oberpfalz gebracht (1322).
Z. Doch wurde der Krieg von den Brüdern Friedrichs desSchönen mit wechselvollem Glücke fortgeführt. Auch der Papst,der sich wieder in die Streitigkeiten der Deutschen mischte, nahmPartei gegen Kaiser Ludwig, belegte ihn sogar mit dem Banne underklärte den deutschen Thron für erledigt.
4. Da schloß Ludwig mit dem gefangenen Friedrich einenVergleich, nach welchem dieser dem Throne zu entsagen und demKaiser gegen alle seine Feinde beizustehen versprach. Könne er aberdiesen Vertrag nicht halten, so solle er sich wieder zur Haft stellen.
5. Friedrich kehrte auch, wiewohl man ihn seines Wortes ent-binden wollte, in die Gefangenschaft zurück, als er seinen Bruder-Leopold zur Annahme des Vertrages nicht bewegen konnte. Ge-rührt über solche Treue, nahm ihn Ludwig mit herzlicher Freudeauf. Beide lebten nun bis Friedrichs Tod (1330) in innigsterFreundschaft; sie speisten an einem Tische, schliefen in einem Bettund teilten sich gemeinschaftlich in die Regierung des Reiches.*
6. Vergebens bemühte sich Ludwig, vom Papste zu Avignonvom Banne befreit zu werden. Da erklärten die Kurfürsten auf demKurverein zu Reuse (1338), daß der von der Mehrzahl derKurfürsten Erwählte rechtmäßiger König sei und der Bestä-tigung des Papstes nicht bedürfe.
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Die Luxemburger Kaiser. — Johann Hns.
1. Auf Ludwig den Baiern folgte (1347—1378) Karl IV.von Böhmen aus dem Hause Luxemburg. — Karl, ein begabterund tüchtiger Herrscher, war „Böhmens Vater, aber des heiligenrömischen Reiches Erzstiesvater". Er sorgte in seinem Erblaudeeifrigst für Handel, Ackerbau und Gewerbe und gründete in seinerHauptstadt Prag die erste deutsche Hochschule (1348). — In dem-selben Jahre hatte sich eine furchbare Pest, der sog. schwarze Tod,von Asien her über Deutschland und das übrige Europa verbreitet.— O - r" 2' Unter Kaiser Karl IV. kam ein wichtiges
Goldene Reichsgesetz zustande, das den verderblichen Wahl-Bulle streitigkeiten Schranken setzen sollte. Durch die goldeneBulle** wurde die Wahl des deutschen Königs
* Vergl. Deutsche Treue von Schiller.
** Bulla — 1. Kapsel für das einer Urkunde angehängte Siegel, 2.Siegel, 3. die Urkunde selbst.