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Dr. Joseph Becks Leitfaden beim ersten Unterricht in der Geschichte : in vorzugsweise biographischer Behandlung und mit besonderer Berücksichtigung der deutschen Geschichte
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Herzog Maximilian von Baiern übertragen wurde. Mit beispiel-loser Härte wurde die protestantische Lehre in Böhmen unterdrücktund die katholische wieder hergestellt.

4. Auch alle seine übrigen Gegner, die in Deutschland für dieprotestantische Sache die Waffen ergriffen hatten, unterwarf KaiserFerdinand II. durch die kriegskundigen Feldherrn Tilly undWallenstein, einen böhmischen Edelmann, den er zum Herzogvon Friedland erhoben hatte. Tilly besiegte den MarkgrafenGeorg Friedrich von Baden-Durlach am Neckar, wo vierhundertBürger von Pforzheim zur Rettung ihres Fürsten den Heldentodgestorben sein sollen (1622). Bald darauf schlug er auch den wildenHerzog Christian von Braunschweig bei Höchst am Main.

5. Aus Besorgnis, der Kaiser möchte wie in Böhmen und derPfalz auch in Norddeutschland die neue Lehre unterdrücken, rüstetendie norddeutschen Stände und wählten König Christian lV.von Dänemark zum Kriegsobersten. Er wurde jedoch von Tillybei Lütter am Barenberge vollständig geschlagen. Kurz vorherhatte Wallenstein einen anderen unermüdet thätigen Vorkämpferdes Protestantismus, den kühnen Grafen Mansfeld, an der Elbein der Nähe von Dessau besiegt (1626). Beide Feldherrn zogendarauf nach Norden. Während Tilly die Dänen aus Jütland jagte,besetzte Wallenstein Mecklenburg und Pommern. Hier widerstand aberStralsund so hartnäckig, daß er die Belagerung aufheben mußte.Der Kaiser schloß im folgenden Jahre zu Lübeck Frieden (1629).Christian erhielt alle seine Länder zurück, versprach aber, sich nichtwieder in die deutschen Angelegenheiten zu mischen.

6. Der Kaiser, in ganz Deutschland Sieger, verlangte nundurch das Restitutionsedikt (Wiederherstellbefehl, 1629), daß dieLutheraner alle seit dem Passauer Vertrage eingezogenen Kirchen-güter an die alte Kirche zurückgeben sollten. Hierüber entstand neuerStreit und Zwiespalt, den der französische Minister Richelieu klüglichnährte, um die Parteiung in Deutschland zum Vorteile Frank-reichs zu erhalten und auszubeuten. Diese Sachlage ließ den Kaiserden billigen Frieden mit Christian von Dänemark schließen.

7. Im Reiche mußte er aber auf das Drängen der Fürsten hinden seiner Erpressungen wegen allgemein verhaßten Wallensteinentlassen und den Oberbefehl an Tilly übertragen, obwohl ihmbereits ein neuer Feind, von Richelieu ermuntert, in dem alsStaatsmann wie als Feldherr gleich ausgezeichneten SchwedenkönigGustav Adols erstanden war. Denn der fromme Schwedenkönighatte den Entschluß gefaßt, seinen protestantischen Glaubensgenossenin Deutschland zu Hilfe zu kommen. Er landete mit einem kleinen,aber bereits in früheren Kriegen wohlgeübten Heere an der deutschenKüste in Pommern (1630). Doch zögerten besonders die Kur-fürsten von Brandenburg und Sachsen, sich ihm anzuschließen.