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Dr. Joseph Becks Leitfaden beim ersten Unterricht in der Geschichte : in vorzugsweise biographischer Behandlung und mit besonderer Berücksichtigung der deutschen Geschichte
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solle. Darüber entstand nicht ohne Friedrichs Schuld großer Zwistzwischen beiden so sehr verschiedenen Naturen und Friedrich wurde vonseinem Vater wegen seiner „Poiiterei und Querpfeiferei" oft hart bestraft.

2. Endlich faßte Friedrich den Entschluß, deu Hof seinesVaters zu verlassen und zu dem Könige von England, seinem Oheim,zu flüchten. Er wurde aber auf der Reise ergriffen und von demzürnenden Vater vor ein Kriegsgericht gestellt, um nach der Strengeder Gesetze als Fahnenflüchtiger behandelt zu werden. Doch erhielter Begnadigung, während sein Freund Katte, der ihm znr Fluchtbehilflich gewesen war, deu Tod erleiden mußte (1730). Friedrichwurde in der Festung Küstrin (an der Oder) anfangs in engemVerwahrsam gehalten und mit äußerster Strenge behandelt. Als erjedoch den Vater um Verzeihung gebeten hatte, wurde er in der Kriegs-und Domänenkammer (gleich den heutigen Regierungen) zu Küstrinbeschäftigt. Hier gewann er einen Einblick in das großartige Ver-waltungswerk seines Vaters. Er zeigte großen Fleiß und selteneBegabung, so daß der Vater sich allmählich mit ihm aussöhnte, zumalFriedrich endlich bereit war, nach dem Willen des Vaters eine braun-schweigische Prinzessin zu heiraten. Er erhielt einen eigenen Hofhältauf Schloß Rheinsberg bei Neu-Ruppiu.

3. Friedrich folgte 1740 seinem Vater inder Regierung. In demselben Jahre starb mitKaiser Karl VI. der Habsburgische Mannes-stamm in Österreich aus, nachdem er dem Deut-

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Friedrich II-,der Große.

schen Reiche 16 Kaiser gegeben hatte. Nach einem von Karl VI.unter großen Opfern aufgestellten Erbfolgegesetz, der pragmatischenSanktion, sollte des Kaisers älteste Tochter, Maria Theresia, inden ungeteilten österreichischen Ländern folgen.

4. Bald aber wurden auf diese von verschiedenen Seiten her,insbesondere von dem Kurfürsten Karl Albert von Baiernwegen Verwandtschaft mit dem Habsburgischen Hanse und vonPhilipp von Spanien Ansprüche gemacht. Der Kurfürst wurdehierin von Frankreich unterstützt. Auch Friedrich erhob Erb-ansprüche seines Hauses auf einige schlesische Fürstentümer und fiel,als seine Anträge in Wien zurückgewiesen wurden, noch im Jahre 1740mit einem wohlgerüsteten Heere in Schlesien ein. In den beidenschlesische» Kriegen (1740—42 und 1744—45) siegte Friedrichwiederholt über die österreichischen Truppen, so 1741 durch den GrafenSchwerin bei Mollwitz* und 1745 selbst bei Hohensriedberg**,während der greise Leopold von Dessau die Sachsen bei Kesfels-dorf*** auf das Blutigste zurückschlug, so daß Maria Theresia inden Friedensschlüssen Schlesien an Friedrich abtreten muße.

5. Den österreichischen Erbfolgekrieg (1741—1748) bestand

* Bei Brieg.

** Bei Schweidnitz.

*** Bei Dresden.