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Dr. Joseph Becks Leitfaden beim ersten Unterricht in der Geschichte : in vorzugsweise biographischer Behandlung und mit besonderer Berücksichtigung der deutschen Geschichte
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Pins IX. hochbetagt aus dem Leben (Febr. 1878), der letzte derPäpste mit weltlichem Besitze. Ihm folgte durch die Wahl der zuRom versammelten Kardinäle Leo XIII. auf dem päpstlichen Stuhle.

Z 120.

Der deutsch-österreichische Krieg im Jahre 1866 und Deutsch-lands Neugestaltung.

1. Wie in Italien, so war in neuerer Zeit auch in Deutsch-land das Bedürfnis einer nationalen Einigung der ver-schiedenen Glieder des deutschen Volkes immer stärker hervorgetreten.Das größte Hindernis für die Erreichung des Zieles lag in demMißstande, daß in Deutschland zwei Großmächte, Österreich und -!Preußen, vorhanden waren, deren Bestrebungen oft einander ent-gegenstanden, und von denen keine sich der anderen unterordnen konnte.Deutschland war nahe daran, einer Zweiteilung zwischen Süd undNord entgegenzugehen. Da trat unerwartet eine Reihe von Ereig-nissen ein, die Deutschland von diesem Zwiespalt nicht nur befreiten,sondern auch, freilich nach vielen schmerzlichen Opfern die nationaleWiedergeburt des deutschen Volkes durch die ruhmreiche Wieder-herstellung des Deutschen Reiches und Kaisertums herbeiführten.

Unter jenen Ereignissen treten hervor: u. der deutsch-öster-reichische Krieg im Jahre 1866 und d. der dentsch-sranzösischeKrieg in den Jahren 1870—71.

2. Anlaß zu dem bedauerlichen Bruderkriege in Deutschlandgaben die von der dänischen Fremdherrschaft befreiten ElbherzoHtümerSchleswig-Holstein. Über deren endliches Geschick konnten Öster-reich und Preußen sich nicht einigen, Preußen wollte seinereigenen Sicherheit wegen die ihm benachbarten Landschaften, für derenBefreiung es das Meiste gethan hatte, durch ein enges Bündnis ansich knüpfen, während Österreich diesen Ansprüchen entgegenwirkte.1865 wurde ein Krieg noch durch den Vertrag von Gastein bei-gelegt, nach welchem Österreich die Verwaltung in Holstein,Preußenin Schleswig übernahm, während Lauenburg gegen eine Geldentschädi-gung an den König von Preußen abgetreten wurde. Doch zeigte sichder Gegensatz zwischen beiden Mächten bald aufs neue. Österreichwar immer eifriger daraus bedacht, Holstein dem Prinzen von Augusten-burg zu überliefern. Solcher Absicht widersprach jedoch Preußen.Als Österreich nun die Streitsache an den bis dahin nicht berück-sichtigten Bundestag brachte, erklärte Preußen, das mit Italienein Bündnis auf drei Monate geschlossen hatte, das Vorgehen Öster-reichs für einen Bruch des Gasteiner Vertrages und ließ Truppenin Holstein einrücken. Dies sah der Bundestag als einen Bruchder Bundesverfassung an.