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3. Aus Österreichs Antrag faßte der Bundestag am 14. Juni
1866 rnit'9 gegen 6 Stimmen den Beschluß zu bewaffnen. Preußenwidersprach erfolglos und erklärte feinen Austritt aus dem Bunde.-;_ Zu gleicher Zeit gab es seine Absicht kund, unter seiner
1866 Führung mit Ausschluß Österreichs einen deutschen
^ei^stcker^ Bundesstaat mit nationaler Vertretung herzustellen. BaldKrieg. darauf rückten preußische Truppen in die Königreiche
-'- Sachsen und Hannover und in das Kurfürstentum
Hessen ein, als man dort der Forderung Preußens, zu entwaffnenund in den neu zu stiftenden deutschen Bundesstaat einzutreten, nichtnachkommen wollte. So war die Entscheidung der Waffen unver-meidlich geworden.
4. Der Hauptschauplatz des kurzen, aber blutigen Krieges, indem sich des Königs Wilhelm eigenes Werk, die unter Leitungdes Kriegsministers Noon durchgeführte Neuordnung desHeeres, aufs trefflichste bewährte, war Böhmen, in welches diepreußische Hauptmacht von drei Seiten eingebrochen war. Dashannoversche Heer hatte sich schon trotz des siegreichen Gefechtsbei Langensalza (27. Juni) ergeben müssen. Nach mehrerenpreußischen Siegen, wie bei Nachod (Steinmetz), Gitschin (Prinz,Friedrich Karl), endete am 3. Juli auch die Hauptschlacht bei König-grätz, welche durch das rechtzeitige Eingreifen des Kronprinzen FriedrichWilhelm entschieden ward, mit einer völligen Niederlage Öster-reichs. Die Meisterschaft Moltkes (1800—l891) in der Ent-wersung eines Kriegsplans hatte sich aufs glänzendste gezeigt.220000 Österreicher und Sachsen unter der Führung Benedekswaren nach schwerem, blutigem Ringen zurückgeworfen worden. DieSieger drangen bis vor Wien, worauf Franz Joseph Friedens-unterhandlungen mit Preußen zu Nikolsburg (in Mähren un-weit Wiens) anknüpfte (26. Juli), die dann zu dem Frieden znPrag (23. August 1866) führten.
5. Nach den Bestimmungen des Präger Friedens schiedÖsterreich aus dem deutschen Bunde. Es gab seine Zustimmungzur Bildung eines Norddeutschen Bundes unter der LeitungPreußens und zu den Gebietsveränderungen, welche dieses nörd-lich vom Main zum Zwecke seiner Abrundung und Vergrößerungmachen würde. Seine Rechte auf Schleswig-Holstein trat Österreichan Preußen ab und zahlte 60 Mill. Mark Kriegskosten. Die natio-nalen Beziehungen der unabhängigen süddeutschen Staaten (Baiern,Württemberg, Baden, Großherzogtum Hessen) zum NorddeutschenBunde sollten durch besondere Verträge geregelt werden.
6. Die süddeutschen Staaten (Baiern, Württemberg, Baden),deren Truppen als Bundesarmee am Main nur weuig Anteil ander Entscheidung des Kampfes genommen hatten, hatten zum Teilschon vorher zu Berlin Frieden mit Preußen geschlossen. Sie