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Dr. Joseph Becks Leitfaden beim ersten Unterricht in der Geschichte : in vorzugsweise biographischer Behandlung und mit besonderer Berücksichtigung der deutschen Geschichte
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gleich nach der ungleichen Schlacht Venetien an Kaiser Napo-leon übergeben, der den Frieden vermitteln sollte. Dieser kam dannmit dem Königreich Italien zu Wien zustande. In diesem Friedenwurde Venetien an Italien überlassen. Viktor Emanuelhielt seinen feierlichen Einzug in Venedig.

11. Seitdem ist man in Österreich ernstlich bestrebt, den viel-gliedrigen Kaiserstaat durch innere Verbesserungen umzugestalten undseine reichen Kräfte zu heben. 11m den verschiedenen Nationalitäten,die er umfaßt, so viel als möglich Rechnung zu tragen, wurde inUngarn die alte Verfassung in ihren wesentlichen Grundlagen wiederhergestellt. Kaiser Franz Joseph ließ sich zu Pesth feierlich zumKönige von Ungarn krönen (Juni 1867). Ebenso erhielten dieübrigen Staaten des österreichischen Kaiserstaates ihre besonderenLandtage und wurden zugleich durch eine gemeinsame Verfassung miteinem aus zwei Kammern bestehenden Reichsrat zu einer Einheitverbunden. Seitdem besteht der österreichische Gesamtstaat aus zweiReichshälften, der transleithanischen, nämlich Ungarn mit seinenNebenländern Siebenbürgen und Kroatien, und der cisleitha-nischen, welche alle übrigen Länder Österreichs umfaßt. Gemein-same Angelegenheiten der beiden Reichshälsten (z. B. Heer-, Zoll-wesen, Auswärtiges) beraten und beschließen Abordnungen desösterreichischen Reichsrates und des ungarischen Reichstages.

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Der llellW-frallzöMie Krieg in llen Jalirm 1870—71.a. Ursachen und Borwand des Krieges.

1. Es giebt kein Ereignis der neueren Geschichte, das auf dieGeschicke Deutschlands und damit von ganz Europa einen nach-haltigeren Einfluß geübt hat als der denkwürdige Krieg, zu demdas deutsche Volk zur Verteidigung seines guten Rechtes und zurWahrung seiner nationalen Ehre von Frankreich im Juli 1870herausgefordert worden ist.

2. Die Ursachen dieses blutigen und furchtbaren Zusammenstoßeszwischen Deutschland und Frankreich liegen in den nationalenFehlern und Leidenschaften des französischen Volkes. Eitle Selbst-überhebung, für die erste und mächtigste Nation der Erde zu gelten,und rechtlose Eroberungslust, um Frankreich durch Ländererwerbauf Kosten der benachbarten Völker zu vergrößern, waren seitLudwig XIV. mehr und mehr die hervorstechenden Eigenschaften desfranzösischen Nationalcharakters geworden und hatten dessen mannig-fache gute Eigenschaften in den Hintergrund gedrängt.

3. Unter allen Nachbarvölkern Frankreichs hatte von dem dortherrschenden Geiste der Selbstüberhebung und Eroberungssucht daszerrissene und darum schwache Deutschland am meisten zu leiden.