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Verbrechen an dem ehrwürdigen Kaiser Wilhelm nicht zurück. ImSommer 1878 wurden zwei Mordversuche auf den greisen Herrschergemacht, deren zweites den schwer verwundeten Kaiser längere Zeitan ein schmerzvolles Krankenlager fesselte.
11. „Gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozial-demokratie" wurde noch 1878 ein besonderes Gesetz erlassen (Sozia-listengesetz). Aber der volkssrenndliche Kaiser, wollte nicht bloß ab-wehren, sondern auch wirkliche Notstände der arbeitenden Klassenbeseitigen. Der Arbeiter mußte gegen Not durch Erkrankungoder durch Unfälle sicher gestellt und im Alter vor dergrößten Not geschützt werden. Diese Forderungen stellte derKaiser in seiner Botschaft vom November 1881 auf. Sie konntenum so eher erfüllt werden, als die 1879 eingeführten Zölle demStaate die Mittel gewährten.
12. 1883 wurde das Arbeiterkrankenversicherungsesetz ge-geben. Ihm folgte 1884 das Unfallversichernngsgesetz, dasdem durch Unfälle im Betriebe geschädigten Arbeiter helfen sollte.Das großartigste Gesetz ist das Alters- und Jnvaliditäts-versicherungsgesetz, das den Arbeiter, wenn er wegen Alters odersonstwie erwerbsunfähig geworden ist, durch eine Jahresrente vor dergrößten Not schützen soll. Mit dem Arbeiterschutzgesetz (1891)erhielt die soziale Gesetzgebung ihren Abschluß. Außer diesen großenGesetzen wurde noch eine Reihe kleinerer, aber wichtiger Einrichtungenzum Wohle der arbeitenden Klassen getroffen.
13. Kaiser Wilhelm hatte sich durch seine weise Regierungdie allgemeine Liebe des deutschen Volkes erworben. Das zeigte sichganz besonders, als der Kaiser am 22. März 1887 sein neunzigstesLebensjahr vollendete. Aber sein letztes Lebensjahr war durch dieschwere Erkrankung des einzigen Sohnes, des Kronprinzen FriedrichWilhelm, getrübt. So sehr sich der Kaiser auch danach sehnte, nocheinmal vor seinem Tode den geliebten Sohn in seine Arme zu schließen,es sollte nicht sein. Kaiser Wilhelm starb nach kurzem Kranken-lager am 9. März 1888 und wurde neben seinen Eltern im Mauso-leum zu Charlottenburg beigesetzt. Seine heldenmütige Tapfer-keit, sein hohes nationales Ehrgefühl, seine treue Pflicht-erfüllung im Dienste des Vaterlandes, seine Liebe zumVaterlande sollen ein unzerstörbares Erbteil vor allem fürdie deutsche Jugend sein.
14. Kaiser Friedrich III. (9. März bis 15. Juni 1888) eiltetrotz seiner schweren Halskrankheit, von der er vergebens im SüdenHeilung gesucht hatte, herbei und übernahm die Regierung. GroßeHoffnungen hatte das deutsche Volk auf diesen allgeliebten Herrscher,den Sieger von Königgrütz und Wörth, gesetzt. Aber die Erwar-tungen sollten sich leider nicht erfüllen. Schon nach einer Regierungvon 99 Tagen erlag Kaiser Friedrich, ein schönes Vorbildseiner