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Dr. Joseph Becks Leitfaden beim ersten Unterricht in der Geschichte : in vorzugsweise biographischer Behandlung und mit besonderer Berücksichtigung der deutschen Geschichte
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7. Gleichzeitig wurde an dem inneren Ausbau des DeutschenReiches mit Erfolg gearbeitet. Die Verfassung des Reiches wurdeangenommen. Gleiches Maß, gleiches Gewicht, gleiche Münzenwurden eingeführt. Auch die Einheit des Rechts wurde erstrebt.1879 wurde durch die Reichsjustizgesetze das Gerichtswesen einheitlichgeregelt und in dem Reichsgericht zu Leipzig ein gemeinsameroberster Gerichtshof geschaffen. Ein bürgerliches Gesetzbuch ist imEntwürfe bereits fertig.

8. Auch das Postwesen wurde möglichst einheitlich gestaltet,wenn sich auch wegen der baierischen und Württembergischen Sonder-rechte eine völlige Einheit nicht erreichen ließ. 1874 wurde durchden Generalpostmeister Stephan der Weltpostverein gegründet,der den Verkehr unter den Völkern ganz bedeutend erleichtert. Ihmgehören heute alle Kulturstaaten der Welt an. Im Eisenbahnwesengeschah manches, was den Verkehr erleichterte. Von großer Bedeutungfür den Handel und die Industrie war die Erweiterung des Kanal-netzes. Darin war Deutschland wegen seiner unglücklichen Zersplitte-rung gegenüber anderen Ländern zurückgeblieben. Die großartigsteWasserstraße ist der im Juni 1895 eröffnete Kaiser-TVilhelm-Kanal von der Kieler Bucht nach der Elbmüudnng. Zu seinemBau hatte Kaiser Wilhelm im Jahre vor seinem Tode noch denGrundstein gelegt.

9. Um die deutsche Landwirtschaft und Gewerbthätigkeitzu schützen und zu heben, wurden seit 1879 auf ausländische Erzeug-nisse (z. B. Eisen, Getreide) mäßige Zölle gelegt. Auch manche ein-heimische Erzeugnisse wurden stärker besteuert. Dadurch wurden dewReiche größere und sichere Einnahmen verschafft.

10. Ein völlig neues Gebiet betrat das Deutsche Reich mit dcrsozialen Gesetzgebung. Infolge der immer größeren Ausnutzungder Dampfkraft hatte sich das Großgewerbe, das Fabrikwesen, un-geheuer entwickelt und das Kleingewerbe zurückgedrängt. Die Ausschtdes Gesellen, als Meister selbständig zu werden, schwand immer mchr;er blieb sein Leben lang Fabrikarbeiter. Das brachte Unzufriedenheitmit den neuen Verhältnissen. Durch das Fabrikwesen entstand einneuer Stand, derjenige der Fabrikarbeiter. Als sie bemerkten, wiegerade durch ihrer Hände Arbeit der Fabrikherr alle Jahre sieb mehrbereicherte, sie selbst aber besitzlos blieben, so daß ihre Zukmft inkeiner Weise gesichert war, steigerte dies die Verstimmung. Diesewußte eine Reihe von Führern zu benutzen, um die Arbeivrmassengegen die bestehenden Zustände aufzureizen. Berechtigte md völligunerfüllbare Forderungen wurden aufgestellt. Sie lassen sich nurverwirklichen, wenn die Grundlagen des Staates, der Kirche, derGesellschaft und des ganzen Wirtschaftslebens völlig umgestlltet werden.Um schneller zum Ziele zu kommen, scheuten einzelne cknhänger derSozialdemokratin wie die Partei genannt wird, stgar vor dem