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Die Fernsprechkunst ist eine deutsche Erfindung. Denn eindeutscher Lehrer, Philipp Reis (geb. 1834 als Sohn eines Bäckerszu Gelnhausen in der Wetterau, gest. 1874), hat nach längerenVersuchen 1861 die erste Fernsprecheinrichtnng hergestellt. Diedeutsche Erfindung wurde dann in Amerika, namentlich von ProfessorBell in Boston, weiter entwickelt und vervollkommnet.
12. Eine mannigfaltige, wirksame Verwendung hat diese neueErfindung seit 1877 in ihrer alten Heimat, in Deutschland, gesunden.Dies geschah namentlich durch den um Förderung des allgemeinenVerkehrs hochverdienten Generalpostmeister des Deutschen ReichesStephan in Berlin. Am 1. April 1881 wurde das erste Fern-sprechamt zu Berlin eröffnet. Seitdem ist die Fernsprechkunst imDienste des Post- und Telegraphenverkehrs mit Erfolg verwendetworden.*
13. So strebt der Mensch, in stetem Fortschreiten begriffen, dieAufgabe, die ihm der Schöpfer gesetzt hat, Herr der Erde zusein, immer mehr zu lösen und durch die Kraft seines Geistes fürseine höheren Zweck die Elemente der Natur sich dienstbar zu machen.
* Zum Beweise für die Bedeutung des Fernsprechers als Verkehrs-mittels diene folgendes: 1887 gab es rm Deutschen Reiche ohne Baiernund Württemberg 155 Orte mit Stadtfernsprecheinrichtung, 1894 deren 397;1887 betrug die Zahl der Sprechstellen derselben 25156, 1894 schon 89 190und 204 öffentliche Sprechstellen. In Berlin wurde am 27. Mai 1889 die10 000. Fernsprechstelle eröffnet; Ende 1894 gab es dort deren schon 24 033.Demgegenüber betrug Ende 1894 die Zahl der Fernsprechstellen in England69 645, in Frankreich mit Algier 26 772; dagegen in den VereinigtenStaaten 232140. Die längste Fernsprechlinie in Deutschland ist die zwischenBerlin und Memel 1010 km (Dez. 1894 fertiggestellt). Etwa ebensolang istdie Linie zwischen Bodenbach und Trieft (auch 1894 fertiggestellt); diezwischen Berlin und Wien beträgt 650 Irm (1894). Die längste Fernsprech-linie in Amerika ist die von Neuyork nach Milwaukee: etwa 1600 lrm.