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Auszug aus der alten, mittleren und neueren Geschichte / Karl Julius Ploetz ; neu bearbeitet von Friedrich Kähler
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Alte Geschichte, Ägypter.

den Sonnengott Vorbild des 104. Psalms.) Er gründet eine neueResidenz mit einem wunderbaren Sonnentempel in Mittel-Ägypten(Ruinen bei Teil el-Amur-ria, wo unter anderen wertvollen Fundenganze Bildhauerwerkstätten mit Werkzeugen, Materialproben, Gips-abgüssen von den Köpfen, Büsten und Statuen der königlichenFamilie usw. aufgedeckt worden sind), steht in freundschaftlichenBeziehungen zu den Königen von Babel und Assur. Jedoch Syrienund Palästina von den Hethitern (Cheta) und Mitani überschwemmt.Nach seinem Tode Gegenreformation und Wiederherstellung derfrüheren Götterverehrung, zumal des Amon von Theben durch dieAmönpriester. Teil el-Amarna verfällt.

▼or Chr.

Um 13001270. Seti 1. (Sethos) und sein Sohn Ramses 11.

(19. Dynastie) kämpfen siegreich mit den Hethitern,die von Nordsyrien aus ein großes Reich gegründet haben (8. 19).Ramses siegt, in der Schlacht bei Kadesch am Orontes, deren epischeBeschreibung (der Schreiber Pentaur) in Tempelinschriften erhaltenist. Das Weltreich eines Thutmosis III. nach 20jährigen Kämpfenneu befestigt. (Der Friedensvertrag mit den Hethitern 1906 inBoghazlcöi (S. 19) gefunden.) Blüte des Reiches unter seiner ferner-hin friedlichen Regierung; Residenz zu Tanis im Deltalande,Tempelbauten zu Theben und Abu-Simbel (in Nubien), Nilkanalbis zum Timsah-See (8. 9). Doch die militärische und finanzielleLeistungsfähigkeit des Weltreichs beginnt nachzulassen. In Asienbeginnender Aufstieg des assyrischen Weltreiches (8. llff.). Mer-ne-phta (12251215), Nachfolger Ramses II., schlägt einen An-sturm der Libyer und ihrer Söldnerscharen (Sarden, Sikeler, Achäer,Lykier, Tusker) gegen das Nildelta zurück, kämpft auch noch sieg-reich in Syrien gegen die Hethiter und Israelifen. (Siegesinschriftmit erstmaliger Nennung dieses Volkes ist erhalten.)Um 1180. Ramses III. (20. Dynastie) behauptet das Ansehendes Reiches noch mit Hilfe angeworbener Söldner gegendieSeevölker, welche in Syrien eindringen, und gegen die Libyerim Westen.

Zeit des Verfalles unter den folgenden Herrschern (S. 12).Svrien wird unabhängig, in Nubien erhebt sich das Reich vonNa-päta. Die Priesterschaft des Amon von Theben wird allmächtig,und endlich stößt der Oberpriester Herihor den letzten Ramses(XII.) vorn Thron. Gegen seine Nachfolger erhebt sich eine neueDynastie (21.) in Tanis. Kriegerisch tritt noch einmal KönigScheschonk I. (Sesonchis, Sisak) auf (22. Dynastie), der um 920für kurze Zeit Jerusalem erobert. Dann Verfall der Königsmacht.Die libyschen Söldnerheere trotzen den Königen, ebenso die Priester-schaft. Zeitweise Auflösung des Reiches in Einzelstaaten.Um 775. Pianchi, König von Najäta, erobert Ägypten; dochwird es nach einiger Zeit wieder selbständig. DauerndeEroberung 728 durch Schaläka, König von Napäta, der die