Buch 
Auszug aus der alten, mittleren und neueren Geschichte / Karl Julius Ploetz ; neu bearbeitet von Friedrich Kähler
Entstehung
Seite
10
JPEG-Download
 

10 Alte Geschichte, Babylonier und Assyrer. !

(lrungen, zumal in Nord-Babylonien (Akkad), und an der Weiter-bildung der vorgefundenen Kultur beteiligt.

Die Entwickelung von Gewerbtätigkeit und Handel führt früh-zeitig zur Erfindung der Zahlzeichen und Ausbildung eines ge-nauen Gewichts- und Maßsystems, bei dem die Zahl 60 = 5 x 12der Einteilung zugrunde liegt (Sexagesimal-System); an die Be-obachtung der Sterne knüpft sich die genaue Zeitrechnung, dochauch der Aberglaube der Sterndeutung (Astrologie).

Religion: Von der Verehrung der leuchtenden Himmelskörperausgehend bildet sich eine vielgestaltige Götterwelt: Allgemeinverehrt der Erdbeherrscher Ellil, später Bei genannt, Sohn desHimmelsgottes Anu; seine Gemahlin Belit; der Meergott Ea ; derGott des Gewitters Bamman. Hinzu kommen die Götter derHauptstädte, z. B. der Sonnengott Schamas (Nippur), der Mond-gott Sin (Ur), Marduk, der Stadtgott von Babel, Nergal, Ischtar,Nahn. Hohes Ansehen der Priester, die wie in Ägypten zugleichLehrer der Wissenschaft sind.

Die sumerische Kultur in Babylonien breitet sich ostwärts nachdem von zagrischen Völkern bewohnten Lande Elam aus (Haupt- :stadt Susa am Choaspes) und allmählich auch nach dem weiter jnördlich am oberen Tigris gelegenen Lande Assur (Assyrien). Die 'Keilschrift, ursprünglich eine Bilderschrift, unzweifelhaft eine Er-findung der Sumerer (in deren Sprache die ältesten Inschriften ,abgefaßt sind), wird überall eingeführt; sie wird mit Griffeln auf iTontafeln und Tonzylinder eingeritzt, später in vereinfachter Form ivon den Persern angenommen 1 ). >

vor Chr. ;

Um 3000 . In Südbabylonien Stadtkönigtümer im Lande der

Sumerer, gestützt auf alte Kulturstätten: Ur, Kisch, ;Eridu, Larsa, Lagasch (Residenz des Königs Gudea; seine Statue imLouvre in Paris in den Ruinen von Lagasch bei Tello gefunden),Nippur mit dem aus Ziegelsteinen auf Terrassen hochgebautenTempel des Ellil.

Im Norden Stadtkönigtümer der Semiten: Akkad, Sippara,Borsippa, Babel.

Um 2800. König Sargon von A kkad ’(iS ordbabylonien) gründetein Reich, das ganz Sinear," also Sumer und Akkad, jaganz Syrien bis zum Mittelmeer, vielleicht sogar auch Assur um-faßte. !

Um 2600. Im Süden erheben sich die sumerischen Könige vor. !

Ur, dann die von Larsa; die Herrscher dieser Dynastienbezeichnen sich auch als Könige von Sumer und Akkad.

1 ) Die Entzifferung der Keilschrift begann G. F. Grotefend 1802,indem er in den Inschriften von Persepolis die persischen Königs-namen erkannte. Weitere Fortschritte namentlich durch HenryRgwlinson, welcher 1846 die persische Inschrift von Bagistäna(Behistun) (s. 8. 25) herausgab.