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Mittlere Geschichte.
die Mamelucken. (Diese waren ein Korps von den Türken abge-kauften Kriegsgefangenen aus Turan und dem Kaukasus [Mamlükenarab. — gekaufte Sklaven]. Sie waren wegen ihrer Verwegenheitgefürchtet, wurden aber ihren eigenen Herren durch ihre Ein-mischung in die Eegierungsangelegenheiten oft unbequem.) Ludwigfährt nach Palästina, befestigt während eines fast vierjährigenAufenthalts Akkon und andere Küstenstädte, kehrt 1254 nachErankreich zurück.
1268. Antiochia von dem Sultan Bibars von Ägypten er- iobert.
1270. Siebenter Kreuzzug: Ohne Erfolg.
Ludwig IX. fährt nach Tunis, wo eine Krankheitihn und einen großen Teil des Heeres hinwegrafft ■(S. 253). , |
1291. Akkon wird von den Mamelucken erstürmt, die (letzten Besitzungen in Palästina ( Tyrus, Beirut, jSidon) werden von den Christen geräumt. i
Folgert der Kreuzzüge: 1. Erhöhtes Ansehen der Kirchewie des Papsttums und Zuwachs an materiellen Machtmitteln.
2. Veredelung des Rittertums und Hebung des Ritterstandes, dersich in der ganzen Christenheit zu einer großen Vereinigung zu-sammenschließt und als solche fortan nach außen hin zu erkennengibt. 3. Aufschwung des Seehandels und Entwickelung der Städte,zunächst in Italien (Venedig und Genua). 4. Fortschreiten dergeistigen Bildung durch die im Orient gewonnenen neuen An-schauungen und Kenntnisse (besonders der Philosophie des Aristo-teles, Geographie und Naturkunde). Gewaltige Anregung für diePoesie (das Ritterepos) und die Baukunst (Spitzbogen [Gotik],von den Arabern entlehnt, jetzt neben dem Rundbogen [S. 183, 207]angewendet).
Stützen der kirchlichen Macht, zugleich Förderer des Acker-baues, der Künste und Wissenschaften sind die neugebildetenMönchsorden: Karthäuser 1086 (Chartreuse, unweit Grenoble; !Stifter der heil. Bruno von Köln), Gistercienser 1098 (CiteauX, ,unweit Dijon). Prämdnstratenser 1120 (Premontre bei Laon), dieBettelorden der Dominikaner 1216 (Stifter Domingo de Guzman),Franziskaner 1223 (Franz von Assis! in Umbrien), Karmeliter undAugustiner 1244. Die Bettelorden die eigentliche „Miliz des Papstes“!die Dominikaner (Domini canes) die eifrigsten Spürhunde der In*quisition (8. 203, 234). Ausbildung der Scholastik (Philosophieim Dienste und Bann der Kirche, die alle Dogmen zu beweisensucht) durch die beiden Dominikaner Albertus Magnus (Albert vonBollstädt in Schwaben, lehrte in Paris und Köln, j- 1280) undThomas von Aquino (lehrte in Paris, Köln, Rom, Neapel, f 1274)-
Die kräftigsten Vorkämpfer der christlichen Staaten ^Orient waren