Deutschland und Italien unter den Hohenstaufen. 199
des Scholastikers Abälard), der gegen die weltliche Herrschaft allerGeistlichen und den Güterbesitz der Kirche aufgetreten war, wirdd"rn Papste ausgeliefert, verurteilt und verbrannt.
Auf dem Rückwege von Rom erstürmt Otto von Wittelslachden Engpaß im Etschtale bei Verona.
1156. Heinrich der Löwe erhält auch Bayern zurück. Öster-reich bleibt im Besitze der Babenberger (S. 176) alsein auch in weiblicher Linie erbliches Herzogtum.
Gegenüber der welfischen Machtstellung in Sachsen und Bayernstützt die kaiserliche Macht sich auf die Stammgüter in SchwabenUnd auf die von den Saliern ererbten Güter in Franken, außerdemaüf bedeutende Reichsgüter in anderen Landschaften, besonders inder Rheingegend (S. 176). Das „goldene Mainz“ damals Mittel-punkt des Handels und Verkehrs. Die Verwaltung dieser Güter■Wird Ministerialien übertragen, d. h. den Gehilfen (ministri) derRitter und freien Herren, die ursprünglich fast ausnahmslos unfreie,Von einem großen adligen Grundherrn oder gar einem Fürsten miteinem Lehen ausgestattete Dienstmannen gewesen waren, sich aber■m Laufe der Zeit durch ihre bevorzugte Stellung und das Vorrechtdes Waffentragens mehr und mehr von ihren hörigen Standes-genossen abhoben und absonderten, bis sich dieser unfreie AdelSchließlich in dem Kreise der von Anfang an freien Ritter völligVerlor. Kaiserliche Pfalzen zu Hagenau (im Elsaß), Trifels undKaiserslautern (in der Rheinpfalz), Ingelheim, Gelnhausen, Aachen,Dortmund, Goslar, Tilleda (am Kyffhäuser), Nürnberg u. a. DiePfalzgrafschaft am Rhein (S. 176) überträgt Friedrich 1156 seinemHalbbruder Konrad, der die Burg Heidelberg gründet(vgl. S. 203).
1156. Vermählung Friedrichs mit Beatrix, der Erbin vonHochburgund (S. 172, 179).
1157.. Friedrichs Zug über die Oder nach Polen. HerzogBoleslav IV. unterwirft sich, räumt um 1163 seinemNeffen besondere Fürstentümer in Schlesien ein;seitdem deutsche Einwanderung in dieses Land.
Sept. Reichstag zu Würzburg ; es erscheinen Gesandtschaftenaus dem byzantinischen Reich, aus England, Däne-mark, Ungarn, Italien, Burgund. Auf dem Reichstage zu Be-s Q-n$on (Okt.) huldigen die burgundischen Großen. Der Kanzler'jos Kaisers, Graf Rainald von Dassel, tritt gegen den KardinalPoland von Siena auf, der auf Grund eines päpstlichen Schreibens(Hadrian IV. hieß früher Nikolaus Breakspeare, war der Sohn61 nes englischen Priesters) die Kaiserkrone für ein päpstliches Lehen(beneficium) erklärt.
1158. Fürstentag zu Regensburg; Herzog Wladislav von. Böhmen erhält von Friedrich die Königskrone.
1158—1162. Zweiter Zug nach Italien. Die lombardischen Städte,P auch Mailand, unterwerfen sich. Reichstag auf den
P°nkali,sehen Feldern (bei Piacenza ); die kaiserlichen Hoheits-