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England.
teilung und Gerichtsverfassung. Aufzeichnung der Rechtsver-hältnisse und Abgaben der Grundbesitzer im Domesdaybook (vondomus dei): Ritterlehen, Kirchengüter, städtischer Besitz, freieBauerngüter, Höfe der Unfreien. Zwei Volksstämme und zweiSprachen, die sächsische und die französische, bestehen noch langeZeit in England nebeneinander; König und Adel sind französischeNormannen.
Wilhelms I. ältester Sohn Robert erbt die Normandie; inEngland folgen die jüngeren Söhne, zuerst Wilhelm II., dannHeinrich der 1106 auch die Normandie in Besitz nimmt. Ihmfolgt sein Schwestersohn Stephan von Blois, gegen den HeinrichsTochter Mathilde, vermählt mit dem Grafen Gottfried von Anjou,Erbansprüche erhebt. Langwierige Kämpfe; endlich wird MathildensSohn Heinrich von Anjou als Thronfolger anerkannt.
1154—1389. Haus Anjou-Plantagenet. *)
1154—1189. Heinrich II. besitzt große französische Lehen:
1. Normandie und Bretagne als Erbe der norman-nischen Könige; 2. Anjou, Maine, Touraine von seinem Vater;3. durch Heirat mit Eleonore (1152, s. 8. 208) Poitou, Guyenneund Gascogne, also im ganzen mehr als halb Frank-reich (s. 8. 210).
[1164. Reform der Rechtspflege durch die Beschlüsse vonClarendon; namentlich werden die Vorrechte derGeistlichen beschränkt. Deswegen Streit mit dem ErzbischofThomas Beclcet von Canterbury, der von Anhängern des Königs 1170ermordet wird.
1171. Kriegszug nach Irland. Hier waren 795 die Normanneneingedrungen und hatten den Iren die Herrschaftstreitig gemacht. Seit 1014 war ihre Macht jedoch gebrochen.1166 flüchtete ein vertriebener irischer Fürst nach England. Diesfohrte zur Einmischung Heinrichs II. Damit beginnt die EroberungIrlands (8. 270, 271). Die Fürsten der Insel unterwerfen sichZunächst der englischen Lehnshoheit. Aber durch einen Aufstandwird ein Teil bald wieder selbständig.
1174. Heinrichs Buße am Grabe des auf sein Anstiften er-mordeten Erzbischofs Thomas Becket; seine auf-ständischen Söhne müssen sich unterwerfen. Die Gerichtsbarkeit'focr die Geistlichen wird durch Verträge mit Papst Alexander III... (8. 200) geregelt.
1189—1199. Richard Löwenherz, in ritterlichen Kämpfen her-vorragend, aber ohne Mäßigung. Kreuzzug, Ge-kingenschaft in Deutschland (8. 191 f.), dann Kriege mit Philipp II.,Augustus, von'Frankreich. Richards Bruder
- 1 ) So genannt von dem Ginsterzweig (planta genista), denGottfried von Anjou,' Vater Heinrichs II., als Helmzier zu tragenWiegte.
'Tloetz Auszug. 19. Aufl.
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