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Auszug aus der alten, mittleren und neueren Geschichte / Karl Julius Ploetz ; neu bearbeitet von Friedrich Kähler
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Mittlere Geschichte.

bürg 1332, Regensburg 1334, Augsburg 1368; in Nürnberg be-haupten die Patrizier 1349 das Übergewicht, ebenso in Köln 1370,doch siegen dort die Zünfte 1396.

Nicht von gleicher Dauer wie der Hansebund waren diesüddeutschen Städtebündllisse, welche die Selbständigkeit derStädte gegen die Fürsten und die Reichsritter sichern sollten: der1254 geschlossene Rheinische Bund (S. 206) öfters von Seitender Städte erneuert; der Schwäbische Städtebund, zuerst 1331,dann wiederum 1376 geschlossen, namentlich gegen den Grafenvon Württemberg Eberhard den Greiner (d. h. Zänker), auch derRauschebart genannt.

Adelsbündnisse in Schwaben, Franken und am Rhein, gegenFürsten und Städte gerichtet (der Löwenbund, der St. Georgsbuni,die Schlegler).

1377 1380. Süddeutscher Städtekrieg.

1377. Sieg der schwäbischen Städte (Vorort TJlm) bei Reut-lingen über Eberhards Sohn Ulrich. Der SchwäbischeStädtebund vorn Kaiser anerkannt.

1378 1400. Wenzel, Karls IV. ältester Sohn.

1381. Der Schwäbische Städtebund vereinigt sich mit demRheinischen und schließt bald auch ein Bündnis miteinem Teil der Schweizer Eidgenossen (8. 2l5).

1384. Wenzel bringt einen Landfrieden auf vier Jahre Zu-stande (Fürstentag zu Heidelberg), doch beginnen dieFehden, sobald er nach Böhmen zurückgekehrt ist, aufs neue.Herzog Leopold III. von Österreich bekriegt im Bunde mit deinsüddeutschen Adel die Eidgenossen. Das Ritterheerwird in der

1386. Schlacht bei Sempach (Arnold Winkelried ?) gänzlichgeschlagen, ebenso 1388 in der Schlacht bei Hasel 3 -Die Herzöge von Österreich verzichten seitdem auf die Unter-werfung der Schweiz.

1388. Erneuerung des Städtekrieges. Eberhard der Greiner

siegt über die schwäbischen Städte bei Dös fingen(wo sein einziger Sohn Ulrich fällt), Pfalzgraf Ruprecht über dierheinischen bei Worms.

1389. Landfriede zu Eger, von König Wenzel verkündet. R 1 ®

Städte behalten ihre Reichsfreiheit, müssen aber amSonderbiindnisse verzichten (S. 218).

1400. Wenzel, in Böhmen durch Härte (der Generalvikar desErzbischofs von Prag, Johann von Nepomuk, Beicht-vater der Geniahlin Wenzels, in die Moldau gestürzt), Trägheitund Trunksucht verhaßt, aus Anlaß innerer Zerwürfnisse wiederhol 6gefangen gesetzt, wird von den am Königsstuhl bei Rense versam-melten rheinischen Kurfürsten für abgesetzt erklärt. Er stirbt 141als König von Böhmen.