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Mittlere Geschichte.
1312. Aufhebung des Tempelherrnordens (S. 195) durch PapstClemens V., auf Antrieb des nach den Schätzen undGütern des Ordens lüsternen Königs. In Paris werden 54 Bitterschändlicher Verbrechen beschuldigt, verurteilt und verbrannt, zu-letzt auch der Großmeister Jakob von Molay (1314). Erwerbungburgundischer Gebiete (s. 8. 216). Auf Philipp IV. folgen hinter-einander seine drei Söhne Ludwig X., Philipp V., Karl IV., dannnach dem salischen Gesetz, das die Frauen von der Thronfolge aus-schließt 1 ) (Beschluß der Reichsstände von 1317), das
1328—1498. Haus Yalois (Nebenlinie der Capetinger).
1328—1350. Philipp VI., Sohn Karls von Valois, eines BrudersPhilipps IV. Gegen ihn erhebt Ansprüche auf denfranzösischen Thron Eduard III. von England,Sohn einer Tochter Philipps IV., daher1339—1453. mehr als hundertjähriger Krieg zwischen Frank-reich und England.
1340. Seesieg der Engländer bei Sluys, dem Hafenort vonBrügge. Die flandrischen Städte, geleitet von Jakobvon Artevelde, mit ihnen verbündet.
1346. Sieg der Engländer bei Crecy in der Picardie, An'Wendung von Geschützen; Tod des blinden König sJohann von Böhmen (8. 217). Calais erobert 134‘-
1350—1364. Johann II., der Gute.
1356. Sieg des Schwarzen Prinzen (Sohn Eduards III.) ^ elMaupertuis unweit Poitiers. Johann 4 Jahre langin England Gefangener. Währenddessen in Frankreich Verwirrungund furchtbare innere Kämpfe, da der junge Dauphin 2 * ) als Statt-halter nicht durchzugreifen vermag.
1357—1368. Aufstand in Paris, geleitet von Etienne Marcel, de®Vorsteher der Innungen (prevöt des marchands), d emit Karl dem Bösen, König von Navarra, in Ver-bindung tritt.
1358. Bauernkrieg mit furchtbaren Greueltaten, Jacquerie gf'nannt nach dem Anführer Guillaume Caillet, uUdem Beinamen Jacques Bonhomme, der dann zum SpottnaW 6 ’'des französischen niederen Volkes wurde. Der Adel schartum den Dauphin; nach Unterwerfung der Bauern wird auch deAufstand in Paris blutig unterdrückt. ,
1360. Friede mit England zu Bretigny (bei Chartres): Edua r ‘‘III. verzichtet auf die französische Krone und erb»
1 ) . De terra vero salica in mulierem nulla porlio transit, se f_
hoc virilis sexus acquirit (bezieht sich eigentlich nur auf Priv®besitz und weder auf Lehen noch auf die Thronfolge). . .
2 ) Titel des Thronfolgers seit 1349, da der letzte Graf von Vi etl .
sein Gebiet (le Dauphine) dem französischen Königshause übertrug