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Auszug aus der alten, mittleren und neueren Geschichte / Karl Julius Ploetz ; neu bearbeitet von Friedrich Kähler
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Mittlere Geschichte.

Navarra, 1285—1329 mit Frankreich vereinigt (s. 8. 225),1425—1431 mit Aragon, bleibt ein unbedeutendes Grenzland.

König Peter III. von Aragon (S. 207) unterstützt die Sizi"lianische Vesper, gewährt 1283, um die Kriegskosten zu bestreiten,den Reichsständen (Cortes) große Rechte durch das Privilegium vonSaragossa. Peter IV. erhöht 1348 die Macht des Königstum underobert die Balearen, bewilligt aber die Einsetzung eines Oberrich-ters (Justicia), der Streitigkeiten zwischen König und Reichsständenzu schlichten hat.

Alfons XI. von Kastilien besiegt 1340 die Araber, bringtaber den Krieg nicht zu Ende. Zwiespalt unter seinen SöhnenPeter dem Grausamen und Heinrich von Trastamara; letztererfindet bei Aragon Hilfe und vertreibt mit französischen Söldnernden Gegner. Peter wird 1367 durch einen Kriegszug des SchwarzenPrinzen (S. 226, 233) zurückgeführt, aber nach Erneuerung desKampfes 1369 besiegt und getötet. Heinrich herrscht darauf bis1379 in Freundschaft mit Frankreich. Sein Sohn Johann I. ver-sucht vergebens 1385 Portugal zu erobern. Unter Johann II-tritt die Connetable Alvaro de Luna der großen Macht des Adelsentgegen, wird aber 1453 gestürzt. Johanns Tochter Isabellaheiratet 1469 Ferdinand, den Thronfolger von Aragon, und wird1474 Königin von Kastilien.

1479—1516. Ferdinand II., der Katholische, von Aragon. Ver-einigung der beiden Reiche Kastilien und Aragon,doch regiert Isabella in Kastilien selbständig (S. 246). Die Groß-meisterwürde der drei Ritterorden (S. 211) wird mit der Kronevereinigt, die Willkür des Adels durch Erneuerung des Friedens-bundes der Städte (Hermandad) eingeschränkt. Mit päpstlicherGenehmigung Erneuerung der Inquisition (S. 203) zur Verfol-gung der Ketzer, besonders gegen die Moriscos (Nachkommen derMatEren, span. Moros) und Juden gerichtet. Der Dominikaner(S. 194) Torguemada 1483 zum Großinquisitor ernannt; Tausendezum Feuertode verurteilt (Autos da fe). (Vgl. S-264 f.)

1492. Eroberung von Granada; der letzte König AbdallaA(Boabdil) zieht sich nach Afrika zurück.

Über Ferdinands Kämpfe um Neapel vgl. S. 257 f.

Portugal im Aufblühen unter der unecht burgundischenDynastie seit 1385. Unter König Johann I. wird Ceuta in Nord-afrika erobert 1415; sein Sohn Heinrich der Seefahrer fördert di®Entdeckungsfahrten längs der afrikanischen Küste. 1455 wirdCap Verde erreicht, 1482 die Kongomündung: an dieser Fahrtnahm der um die Nautik und Geographie (sein Globus in Nürn-berg) sehr verdiente Nürnberger Kaufmann Martin Behaim teil.Freund des Columbus und Magelhäes (f 1506 in Lissabon) 148"umfährt Bartolomeo Diaz das Gabo tormentoso, von König JohannII. Gabo de böa esperanza (Kap der guten Hoffnung) genannt-Forts. S. 242 ff., 267.