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Auszug aus der alten, mittleren und neueren Geschichte / Karl Julius Ploetz ; neu bearbeitet von Friedrich Kähler
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Der Norden und Osten Das türkische Wilhelm. 237

1413 von den Ordensrittern abgesetzt. Unzufriedenheit des Land-adels und der Städte mit der Ordensherrschaft, sie treten in Ver-bindung mit Polen. Neuer Krieg 1454, König Kasimir II. erobert1457 die Marienburg und behauptet sie in heftigem Kampfe 1460;

der Hochmeister zieht sich 1457 nach Königsbergzurück.

1466. Zweiter Friede ZU Thorn: Westpreußen mit Erme-land an Polen abgetreten. Ostpreußen bleibt demOrden als polnisches Lehen. (Vgl. 8. 250 u. Anhang I.)

In Livland behauptet ein Teil des Ordens unter dem Land-Meister Wolter von Plettenherg (14941535) seine Unabhängigkeitgegen Rußland.

Ungarn gegen Ende des 9. Jahrhunderts von den Magyaren(S. 173, 175) in Besitz genommen, bis 1301 unter dem Regenten -hause der Arpaden. Einführung des Christentums durch HerzogGeisa und seinen Sohn Stephan den Heiligen, ersten König vonUngarn (8. 177). Einwanderung zahlreicher Deutscher, namentlichM Siebenbürgen unter König Geisa II. um 1150. Bildung einermächtigen Aristokratie (Magnaten). Die Goldene Bulle, dem KönigeAndreas II. 1222 nach seiner Rückkehr von einem Kreuzzuge(S. 193) abgenötigt, bildet die Grundlage der Privilegien des un-garischen Adels.

Nach dem Erlöschen der Arpaden regiert in Ungarn das HausAnjou (13081382), Blütezeit unter Ludwig dem Großen(13421382, 8. 236), der 1370 auch den polnischen Thron besteigt.

Unter dem deutschen König Sigismund, Ludwigs d. Gr.Schwiegersohn aus dem Hause Luxemburg (13871437), be-ginnender Verfall des Reiches. Nach seinem Tode wird Albrechtv on Österreich (14381439), dann 1440 Wladislaw III. von Polengewählt, der einen mit den Türken geschlossenen zehnjährigenWaffenstillstand auf Anstiften des Papstes Eugenius IV. brichtUnd bei Varna 1444 im Kampfe gegen sie fällt, darauf AlbrechtsUnmündiger Sohn Ladislaus Posthumus (vgl. 8. 225). DerHeichsverweser Johann Hunyadi besiegt die Türken bei Belgrad1456; sein Sohn Matthias Corvinus wird zum König erwählt.Nach dessen glänzender Regierung (14581490) wird UngarnUnter Wladislaw IV., dem Sohn Kasimirs IV. von Polen, mithohmen vereinigt und dem Erzherzog Maximilian (8. 224) diel Nachfolge zugesichert (8. 225).

Das Reich der Osmanischen Türken (8. 187), durch Osman I.(12881326) in Kleinasien begründet. Er nennt die nach deml°de seines Vaters übernommene turkmenische Nomadenhorde»Osmanen, erweitert das Reich und nimmt den TitelSultanun. Osmans Sohn Urchan erobert 1330 Nicäa, bildet aus demNnabenzins unterworfener christlicher Völker das Fußvolk der a nitscharen (von Sultan Murad I. organisiert und mit VorrechtenAusgestattet. Diese Truppe sollte ursprünglich nur aus gefangenen