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Deutschland, Reformation, Karl V.
rischen) Herzog Ulrich von Württemberg in sein HerzogtumZurück, mit dem der Kaiser seinen Bruder Ferdinand belehntk&tte. Dieser verzichtet im Frieden zu Kaadan a. d. Eger aufden ferneren Besitz Württembergs, wird dafür von den Evangelischenrömischer König anerkannt (s. oben). Landgraf Philipp leistetdarauf dem Bischof von Münster Hilfe zur Unterwerfung der Stadt,dohann von Leyden nebst anderen Anführern grausam hingerichtet.
Württemberg, Pommern, Anhalt und mehrere Reichsstädtetreten dem Schmalkaldischen Bunde bei (1536).
über die Einführung der Reformation in Lübeck, Schweden,Dänemark und Norwegen vgl. 8. 272 f.
1535. Karls V. Zug gegen den Seeräuber Oheireddin Bar-barossa, der den Herrscher von Tunis und Algier,Mul e y Hassan, verjagt hatte und die italienischen Küsten mitSeiner Flotte brandschatzte. Tunis erobert und 20 000 Christen-sklaven befreit (S. 194). Cheireddin, auf Algier beschränkt, setztSeine Raubzüge gegen die christlichen Staaten am Mittelmeer fort,Unterstützt als türkischer Admiral 1542 Franz I. gegen Karl V.
(s. u.)
A536—1538. Dritter Krieg zwischen Karl V. und Franz I.,
, letzterer erneuert seine Ansprüche auf Mailand nach
dem Tode des Herzogs Franz Sforza. Er verbündet sich mit®°Uman II., der Ungarn bedrängt und durch seine Flotte die KüsteItaliens plündern läßt.
1538. Waffenstillstand zu Nizza auf Grund des Besitz-
. Standes. Darauf reist Karl V., um einen Aufruhr
Ui seiner Geburtsstadt Gent zu bekämpfen, durch Frankreich, .
wo er von Franz I. ausgezeichnet empfangen wird.
1539. Einführung der Reformation im Kurfürstentum Bran-
denburg durch Joachim II.; 1539—1541 im Herzog-/SacAsew-Meißen durch Herzog Heinrich (S. 249); 1540 imHerzogtum Mecklenburg.
1540. Der Jesuiten-Orden, von dem Spanier Ignatius von
,. Loyöla 1534 gestiftet zur Ausbreitung der katho-
^uhen Lehre, wird von Papst Paul III. bestätigt.
Der erste deutsche Jesuit war Peter Canisius (1521—1580),
°n den Katholiken als „zweiter Apostel der Deutschen“ mitBonifatius verglichen.
1541. Reformation in Genf durch Johann Calvin. Jean
, Cauvin aus Noyon in der Picardie, geb. 1509, tritt
°32 in Paris als Reformator auf, findet Schutz bei MargareteNavarra, Schwester Franz’ I. (S. 259). Aus Frankreich 1534®rtrieben, lebt Calvin abwechselnd in Basel, Genf, Straßburg,Ajo 1541 bis zu seinem Tode 1564 in Genf. Die Anhänger ZwinglisAbließen sich ihm allmählich an. Calvinische Kirchenverfassung:^ l ® Gemeinde von den erwählten Geistlichen und Ältesten (Pres-Herium) regiert, mehrere Gemeinden durch die Synode; strenge