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Auszug aus der alten, mittleren und neueren Geschichte / Karl Julius Ploetz ; neu bearbeitet von Friedrich Kähler
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Frankreich.

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Städten, am Hofe des Königs, in Paris sowie im Umkreise von Meilen um die Hauptstadt. Die Reformierten werden zu öffent-lichen Ämtern zugelassen und behalten ihre Sicherheitsplätze. Dasjuikt wird erst nach langer Weigerung von den Parlamenten (d. h.uen höchsten Gerichtshöfen (S. 208) registriert.

Heinrichs IV. Minister, der Herzog von Sully, trifft Maß-regeln zur Wiederherstellung des zerrütteten Wohlstandes undFinanzen. Förderung des Ackerbaues und' Gewerbes, des^eehandels; Kolonien in Kanada (Quebec 1608). Der König be-absichtigt, als Verbündeter der protestantischen Union in denJ ülich-Cleveschen Erbstreit (S. 276) einzugreifen, wird aber vondem Fanatiker Franz Ravaillac in Paris ermordet.Ihm folgt sein Sohn

*6101643, Ludwig XIII., geb. 1601. Regentschaft seiner. Mutter Maria von Medici (S. 230). Sully vorn

pbte entfernt; an die Spitze der Geschäfte tritt der ItalienerjQncini (Marechal dAncre), nach dessen Ermordung 1617 derSerzog von Luynes. endlich 1624 der große Staatsmann KardinalRichelieu (Armand-Jean du Plessis, geb. 1585 in Poitou, 1607lsohof von Lufon, 1616 Staatssekretär, 1622 Kardinal, f 1642).°n 16241642 verwaltet Richelieu eigentlich allein das Reich;j? r einmal (11. Nov. 1630, journee des dupes ) glaubt Maria vonJf®dici ihn gestürzt zu haben, doch beherrscht er von da an den^onig sicherer als je.

. Richelieus Ziel ist die Niederringung des Hauses Habsburgr . Deutschland und Spanien (s. S. 283 ff.), die Erhebung Frank-lc bs zur ersten Macht Europas und die Begründung der All-et °al< des Königs. Er bricht die Macht des Adels, macht die Krone^abhängig von den Reichsständen (S. 260), die nicht mehr be-j^en werden, besiegt die Hugenotten trotz ihrer Unterstützung^«rch Karl I. von England (S. 270f.; Belagerung und Einnahmev ?. J-a Röchelte 1628), die fortan nicht mehr eine bewaffneteutische Partei, sondern eine geduldete Sekte sind. Unruhen,v 3$ von Gaston von OrUans, Bruder des Königs, enden mit demq «tändigen Siege Richelieus; die Königin-Mutter wird verbannt,Jfton entflieht nach Lothringen, versucht vergebens eine ge-hsame Rückkehr mit Hilfe des Herzogs von Montmerency, desStatthalters von Languedoe; dieser wird 1632 inToulouse hingerichtet.

1633. Das Herzogtum Lothringen (vgl. S. 224, 255) vons c l _ französischen Truppen besetzt (bis 1659, S. 287). Der^.^edisch-polnische Krieg ( 8 . 273), der Mantuanische Erbfolge-1,^8 (s. 8 . 262) und der Dreißigjährige Krieg bieten gute Gelegen-]V : Frankreichs Macht und Ansehen zunächst besonders auf Kostentechlands zu erhöhen ( 8 . 280 ff. Vgl. 8 . 28 7 f.).

{s. Richelieu legt den Grund zur Machtstellung Ludwigs XIV.bkreich verdankt ihm die Segnungen einer geordneten Ver-