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Auszug aus der alten, mittleren und neueren Geschichte / Karl Julius Ploetz ; neu bearbeitet von Friedrich Kähler
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Frankreich unter Ludwig XIV.

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das Besatzungsrecht von Philippsburg (S. 285) aufgibt. 4. Lothrin-gen wird dem Herzog Karl V. unter sehr beschränkenden Bedingungenzurückgegeben; da er diese nicht annimmt, bleibt es von denFranzosen besetzt.

1679. Frieden zu Samt Germain en Laye.

Der Kurfürst von Brandenburg, vorn Kaiser und Reichuw Stiche gelassen, von Ludwig XIV. zum Frieden gezwungen.Er muß den Schweden fast alle seine Eroberungen in Pommern(Stettin, Stralsund, Rügen) herausgeben. Bald darauf Bündnisdes gegen den Kaiser erbitterten Kurfürsten 1 ) mit Frankreich (1685ßruch mit Ludwig XIV. wegen der Aufhebung des Edikts von Nantes).

Infolge der Schwäche des Deutschen Reiches steigt der Über-mut Ludwigs XIV. so weit, daß er 1680 Reunionskammern in^etz, Breisach, Besannen, Tournay einsetzt. Diese französischenGerichtshöfe untersuchen und entscheiden, was jemals zu den inden letzten vier Friedensschlüssen an Frankreich abgetretenen Län-dern und Plätzen gehört hat. Der König vollstreckt mit seinenruppen die Reunionsbeschlüsse, indem er zu der Gewalttat mittenim Frieden den Hohn einer Rechtsform hinzufügt.1681. Die Franzosen besetzen Straßburg im Einver-30. Sept. ständnis mit dem Bischof Franz Egon von Fürsten-^ berg. Einfall in die spanischen Niederlande 1683.

Besetzung von Luxemburg und Trier 1684. Diesen Rechtsver-letzungen tritt das Deutsche Reich nur mit leeren Protesten ent-gegen ; schließlich 1684 zu Regensburg ein zwanzigjähriger Waffen-stillstand mit LudwigXIV. abgeschlossen, wonach er alle bis 1. August1681 besetzten Gebiete, dazu auch Straßburg, behält.Eine französische Flotte bombardiert Genua, um esfür seine Verbindung mit Spanien zu strafen.Aufhebung des Edikts von Nantes (s. S. 260).Die Ausübung des reformierten Bekenntnisses in Frank-f®ich wird untersagt, die Erziehung der Kinder in der katholischenp^ligion befohlen, die Auswanderung verboten. Über 50 000atuilien entkommen indes nach Holland, England, Brandenburg'*tefugi6s). Die Protestanten im Elsaß behalten die ihnen zu-. gesicherte Religionsfreiheit.

lo881697. Raubkrieg gegen Deutschland (Pfälzischer Krieg)./. Nach dem Tode des Kurfürsten Karl von der Pfalz

pb85), dessen Schwester Elisabeth Charlotte (Liselotte) mit dem(. e rz°g Philipp V on Orleans, Bruder Ludwigs XIV., vermählt war 3ß4), erhebt Frankreich gegenüber der Lirie Neuburg Ansprüchev? einen großen Teil des Landes. Im Erzbistum Köln will Ludwig l. die Wahl des Straßburger Bischofs Wilhelm von Fürstenberg^8en den Prinzen Clemens von Bayern durchsetzen. Bündnis zu/»oi, gegen Frankreich 1686 zwischen dem noch durch den

1684.

1685.

m. ^) Er ließ eine Denkmünze prägen mit der Umschrift: Exoriarel 9uis nostris ex ossibus ultor!

tloetz, Auszug. 19. Aufl.

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