Buch 
Auszug aus der alten, mittleren und neueren Geschichte / Karl Julius Ploetz ; neu bearbeitet von Friedrich Kähler
Entstehung
Seite
338
JPEG-Download
 

338

Neuere Geschichte.

haftsbefehie (lettres de cachet, Bastille), über das Vermögen d etBürger und Bauern durch willkürliche Besteuerung. Gegen ds®Anspruch des Pariser Parlaments, die Eintragung der Steueredikte verweigern zu können, wendet der Hof königliche ThroSitzungen (lits de justice) und Verweisung der Parlamentsmitgliederan. Käuflichkeit der Offizierstellen im Heere, der Sitze in denParlamenten, der höheren Ämter, aber meist nur für den Ade*- ;Die bevorrechtigten Stände (Adel und Geistlichkeit) sind von de» idrückendsten direkten Abgaben frei, z. B. von der Taille, eiu efGrund- und Vermögenssteuer; die Bauern durch Frondienste §'drückt, die Entwickelung von Handel und Gewerbe durch Zuiu*'zwang gehemmt. Drückende indirekte Steuern: Salzsteuer, Wei®'und Getreidezölle. Eintreibung der Steuern durch Generalpäeht* rwie einst in den römischen Provinzen (S. 110).

Veranlassung: Die ungeheure Staatsschuld. Entstand^durch die Kriege Ludwigs XIV., seine kostspieligen Bauten u®seine verschwenderische Hofhaltung, wächst der jährliche Fe* 1betrag durch die Verschwendung Ludwigs XV. und die Kost®des Nordamerikanischen Krieges unter Ludwig XVI. bis fast adie Hälfte der jährlichen Einnahme. ,

Turgots Maßregeln zur Verbesserung der Verwaltung (A®hebung der Binnenzölle, Abschaffung der Wegefronden und dZünfte) werden mit einer Entlassung 1776 aufgegeben. IVe®*(bis 1781) sucht durch Anleihen und Sparsamkeit zu helfe®Calonne (17831787) wirtschaftet sorgloser und beruft zule^eine Notabeinversammlung, die keine durchgreifenden Beschluß

Necker, 1788 wieder berufen,

1789 .

5. Mai.

iiiit

zu fassen wagt.anlaßt die

Berufung der Reichsstänüe nach Versailles, - s

einer doppelten Vertretung des Bürgerstandes , tetat) : Geistlichkeit 300, Adel 300, Bürger 600. Str®über die. Art der Beratung und Abstimmung, ob nach Statt"*oder nach Köpfen. Bei der Prüfung der Vollmachten verlangGeistlichkeit und Adel eine getrennte, der Bürgerstand eine ^meinschaftliche Prüfung. Auf Sieyes Vorschlag erklären siehAbgeordneten des Bürgerstandes als Nationalversammlung (^ sS 6 j I) ,blee nationale), laden die beiden anderen Stände zum Beitritt

Eid im Ballspielhaus (Jeu de paume). Die Abge 01 ^,neten des dritten Standes schwören, sich nicht ^trennen, bis sie dem Lande eine Verfassung gegf ;gg,Fruchtlose königliche Sitzung. Der Befehl des Ko®daß die drei Stände getrennt beraten sollen,nicht ausgeführt infolge des von Mirabeau 1 ) erhobenen W 1 ^

x ) Riquetti, Graf von Mirabeau, geb. 1749, f 1791, ^^jeseltenem Talent, aber sittenlos

20. Juni.

23. Juni.

verschuldet, mit seiner E®zerfallen, gewählt in der Provence als Abgeordneter des d rStandes.