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Auszug aus der alten, mittleren und neueren Geschichte / Karl Julius Ploetz ; neu bearbeitet von Friedrich Kähler
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Neuere Geschichte.

König von Neapel, Louis Bonaparte als König von Holland, JerorneBonaparte als König des neu zu bildenden Königreichs Westfalen ,ferner den Rheinbund an. 3. Es nimmt Napoleons Vermittelungzum Frieden mit den Türken an (1806 russische Kriegserklärungan die Türkei wegen Verletzung des Friedens von Jassy, s. 8. 327;der Krieg wird beendet durch den Frieden von Bukarest 1812,s. S. 365), Napoleon dagegen die Vermittelung Alexanders zu®Frieden mit England. Einstweilen tritt Rußland der Kontinen-talsperre bei. In einem geheimen Artikel verpflichtet sich Alexander,fal ls England den Frieden nicht annimmt, zu einem Bündnis milFrankreich gegen England.

B. Preußen tritt ab: 1. a) Zur freien Verfügung Napoleonsalle Länder zwischen Rhein und Elbe, b) an Sachsen den Kott-buser Kreis, c) an Bayern Baireuth (S. 319, 356), d) zur Bildungdes Herzogtums Warschau alle nach 1772 von Polen gewonnenenLänder (S. 328 ff.), auch Danzig und Gebiet. 2. Es erkennt diedrei Bruder Napoleons als Könige an. 3. Alle preußischen Häfensind bis zum Frieden mit England dem britischen Handel ver-schlossen. — Über die Rückgabe und Räumung der preußischenProvinzen und Festungen bestimmt der Vertrag zu Königsberg(12. Juli), daß erst alle rückständigen Kriegsentschädigungen ab-getragen werden müssen.

Die Entschädigungen, nach preußischer Rechnung noch18 Millionen Franken, nach französischer 154, werden 1808 durchden Vertrag zu Paris auf 140 Millionen festgesetzt; auch wirdbestimmt, daß Preußen nur ein Heer von 42 000 Mann haltendürfe. Starke französische Besatzungen bleiben in den Oder-festungen Stettin, Küstrin, Glogau; das übrige Land wird Ende1808 geräumt. Bis dahin muß der von 5570 auf 2877 Q-Meilehverminderte preußische Staat 150 000 Franzosenernähren.

1807. Gründung des Königreichs Westfalen (linkselbischesAug. Preußen, Braunschweig, Kurhessen; Hauptstadt Kßf'sei) durch eine Verfügung Napoleons, der sich d®Hälfte der Domänen vorbehält. Hannover bleibt von den Fran-zosen besetzt, ebenso Danzig und Erfurt.

Schweden unter Gustav IV. (1792—1809, s. 8. 321 f.) veI 'harrt in Feindschaft gegen Frankreich und hält zu England, vonwo es jedoch keine Hilfe erhält. Stralsund und Rügen werden vofranzösischen Truppen besetzt (1807, Aug.), Finnland von russischen-Vgl. S. 364. ,

Gewalttat der Engländer gegen Dänemark, das aufgefordewar, ein Bündnis zu schließen und seine Flotte (die einzige, “es seit der Schlacht bei Trafalgar noch in Europa gab) denländern in Gewahrsam zu geben. Eine englische Flotte besclue(1807, Sept.) Kopenhagen, legt die Stadt in Asche und führt d^dänische Flotte (18 Linienschiffe, 15 Fregatten usw.) als Benweg. Die Insel Helgoland wird englische Seestation. Infolge die