Versuche, Deutschland zu einigen.
397
gewalt weder den Einzelstaaten noch dem Auslande gegenüberwirkliche Macht hat.
18. Sept. Volksaufstand in Frankfurt, veranlaßt durch die An-nahme des Waffenstillstandes mit Dänemark (s. S.401). Zwei Mitglieder der Nationalversammlung,Fürst Lichnowski und General v. Auerswald werdenvon Volkshaufen ermordet.
Nach langer Beratung der „Grundrechte des deutschenVolkes“ endlich
1849. Vollendung der deutschen Reichsverfassung nachMärz. lebhaften Parteikämpfen in der Nationalversamm-lung („Großdeutsche“ Österreicher, Süddeutsche, Re-publikaner, welche Österreich um jeden Preis an der Spitze Deutsch-lands erhalten wollen, und „Kleindeutsche“ , welche nach dem Plan‘Heinrichs von Gagern den Ausschluß Österreichs und einen engeren“Und unter Preußens Führung anstreben). An der Spitze des Reichs8 °H ein erblicher Kaiser stehen, neben ihm ein Reichstag, bestehendaus Staatenhaus (zur Hälfte von den Regierungen, zur Hälfte vonden Volksvertretungen der Einzelstaaten zu ernennen) und Volks-haus (aus allgemeinen und direkten Wahlen hervorgehend). Kaiser-wahl am 28. März.
1849. König Friedrich Wilhelm IV- von Preußen erklärt8. April, einer Abordnung des Frankfurter Parlaments (Eduard. Simson), die ihm angetragene Würde eines Kaisers
Deutschen nur mit Zustimmung aller deutschen Regierungena unehmen zu können. Endgültige Ablehnung am 28. April, ob-- ich inzwischen 28 kleinere von den 35 souveränen Bundes-räten zugestimmt haben. (Österreich, Bayern, Württemberg,Hannover, Sachsen leisten nach wie vor Widerstand.)
Mai. Aufstand in Dresden, um die Einführung der Reichs-verfassung zu erzwingen, mit preußischer Hilfe nieder-geworfen.
In Baden und der bayrischen Pfalz republikanischer Auf-Vßnd unter Beteiligung des Heeres. Preußische und deutsche““ndestruppen rücken ein unter dem Oberbefehl des Prinzen WilhelmPreußen. Die Aufständischen in mehreren Treffen besiegt,H le Festung Rastatt (22. Juli) zur Übergabe gezwungen. Die alteOrdnung wird überall wiederhergestellt.
, Abberufung der österreichischen Landesangehörigen, dann auchpreußischen u. a.; freiwilliger Austritt einer großen Zahl anderer^“geordneter aus der Frankfurter Nationalversammlung. Der Rest,88 ,,Rumpfparlament nimmt seinen Sitz in Stuttgart, wird(18. Juni) von der Württembergischen Regierung auf-gelöst.
üez. Erzherzog Johann legt die Würde des Reichsverwesersnieder.