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Neuere Geschichte.
Bald zeigte sich, daß diese Einigung keinen Bestand habenkonnte. Österreich, entschlossen, eine wesentliche Machtver-größerung Preußens nicht zuzugeben, verständigt sich mit dendeutschen Mittelstaaten ; Preußen, welches mit aller Kraft demMeere zustrebt und außerdem eine kriegerische Entscheidung derdeutschen Präge als unvermeidlich ansieht, tritt mit Italien inUnterhandlung. Es beginnt ein Krieg, der durch das energischeVorgehen der preußischen Heeresmacht schnell zu Ende geführtwird.
1866. Der deutsche Krieg.
Verbündete Preußens: Die kleineren norddeutschen Staatenund Italien (s. 8 . .420).
Verbündete Österreichs: Bayern, Württemberg, Sachsen,Hannover, Baden, beide Hessen, Nassau, Sachsen-Meiningen,Reuß ä. L.
Ursache: Das Verlangen der deutschen Nation nach größererEinheit. Eine Neugestaltung Deutschlands mit starker Bundes-gewalt gegenüber den Einzelstaaten war unmöglich, solange sichim Deutschen Bunde zwei Großmächte gegenüberstanden, vonwelchen die eine größtenteils nicht deutsche Bevölkerung undnicht deutsche Interessen hatte.
Veranlassung: Der Streit über die Zukunft der Herzog-tümer Schleswig und Holstein.
1866. Preußen stellt bei dem Bundestage in Frankfurt den9- April. Antrag auf Reform der Verfassung des DeutschenBundes unter Mitwirkung eines aus dem allge-meinen Wahlrecht hervorgehenden Parlaments.
Die von Frankreich, England und Rußland (24. Mai) an-gebotene Vermittelung wird vereitelt durch die Forderung Öster-reichs, daß auf der etwaigen Friedenskonferenz von keiner Gebiete-Veränderung die Rede sein solle.
Österreich stellt (1. Juni) die Entscheidung der schleswig"hoIsteinischen Erbfolgefrage dem Deutschen Bunde anheim undläßt durch den Gouverneur v. Gablern die holsteinische Stände-versammlung einberufen. Preußen erklärt dies für einen Bruchdes Gasteiner Vertrages; Gen. v. Manteuffel, Gouverneur vonSchleswig, rückt mit seinen wenigen Truppen in Holstein ein-Gablenz mit den österreichischen Truppen zieht sich unter Protestüber die Elbe zurück.
10. Juni. Preußen legt den deutschen Regierungen den Ent-wurf einer neuen bundesstaatlichen Verfassung vor-Errichtung eines neuen Bundes unter preußischer LeitungAusschließung Österreichs; Übertragung des Oberbefehls über dMnorddeutsche Armee an den König von Preußen, über die süd-deutsche an den König von Bayern. — Der Bundestag zu Frank-furt beschließt auf Österreichs Antrag