Buch 
Auszug aus der alten, mittleren und neueren Geschichte / Karl Julius Ploetz ; neu bearbeitet von Friedrich Kähler
Entstehung
Seite
541
JPEG-Download
 

Der Weltkrieg.

541

mit griechischen Abteilungen unter Mitwirkung der Kriegsschiffe.Waffenstillstand vereinbart. Die gelandeten Truppen verlassen Athen,bald auch die Gesandten der Vierverbandsmächte. — Später neueForderungen gestellt: Herabsetzung der Streitkräfte. Vermietung' der Handelsschiffe an England usw.

8. Dez. Verhäqgung der Blockade über die Küste Griechen-lands (aufgehoben März 1917).

31. Dez. Eine neue Note fordert u. a. die Überführung allerMannschaften, Geschütze und Munition nach demPeloponnes, verbietet alle Reservisten vereine nördlich vorn Isthmus,verlangt die Anerkennung des Aufsichtsrechtes der Entente überGriechenland als seiner „Schutzmächte“ und fordert Genugtuungwegen der Vorgänge am 1. Dez.

1917 . Griechenlands Schutzmächte fordern durch ihren „Ober-

1. Juni. kommissar“ Jonnart die Abdankung des KönigsKonstantin (der durch den Sturz des ihm naheverwandten Zaren Nikolaus seine Hauptstütze verloren hatte),Und die Bezeichnung eines Nachfolgers mit Ausschluß des als deutsch-freundlich geltenden Kronprinzen Georg.

12. Juni. König Konstantin I. verzichtet zugunsten seineszweiten Sohnes, des Prinzen Alexander, auf dengriechischen Königsthron. Seine hervorragendstenAnhänger werden ausgewiesen oder unter Aufsicht gestellt. Venizelosbildet ein neues Ministerium, in dem er zugleich Ministerpräsidentund Kriegsminister ist.

30. Juni. Die griechische Regierung bricht die diplomatischenBeziehungen zu den Mittelmächten ab, bald auchzu Bulgarien und der Türkei und stellt ihre Truppen unter denOberbefehl des Generals Sarrail.

J. Der Krieg gegen Rumänien.

1916 . Von Rußland gedrängt, erklärt

23. Aug. König Ferdinand I. von Rumänien (Bratianu seinMinisterpräsident) an Österreich den Krieg, trotzdes seit 1883 bestehenden Bündnisses mit den MittelmächtenUnd ungeachtet der Warnungen seines Oheims, des Königs Karl I.(t 14. Okt. 1914). Daraufhin Kriegserklärung Deutschlands(28. Aug.), der Türkei (30. Aug.) und Bulgariens (1. Sept.) anRumänien. Vgl. S. 527.

Einfall der 1. und 2. rumänischen Armee in Siebenbürgen durchden Vulkan-Paß und den Rote-Turm-Paß in Richtung auf Her-mannstadt (das geräumt wird) bezw. durch den Predeal-Paß mitdem Ziel Kronstadt (ebenfalls geräumt), während die 3. Armee,Von der nördlichen Moldau vorrückend, das ganze Görgenygebirgebesetzt und mit dem linken Elügel der Armee Brussilows in derBukowina in Verbindung tritt. Vgl. 8. 518 f-, 521.