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Auszug aus der alten, mittleren und neueren Geschichte / Karl Julius Ploetz ; neu bearbeitet von Friedrich Kähler
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559
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Der Weltkrieg. 559

Afrikaner, Eingeborene überschreiten den Oranjeflnß. Vier feind-liche Abteilungen von je 8000—10 000 Mann. Trotz mehrererempfindlicher Niederlagen der .Feinde, z. B. bei Sandfontein (Okt.1914), erliegt die deutsche Schutztruppe zuletzt der großenÜbermacht unter General Botha (S. 454 ff.) bei Riet (20. März)und Treckkopje (20. April 1915). Windhuk von Botha genommen(12. Mai). Der Rest der Schutztruppe (rund 3500 Mann) kapituliertbei Otawi vör Bothas zehnfacher Übermacht unter ehrenvollenBedingungen (9. Juli 1915).

3. Kamerun. Ende August 1914 Einfall der Engländer vonNigeria aus und Niederlage bei Garua. Duala vorn Feinde besetzt(27. Sept.). — Zugleich Angriff französischer Kolonialtruppen vonSüden und Osten her. Beschießung der offenen Küstenplätzedurch Kriegsschiffe. Trotz heldenhafter Gegenwehr muß diedeutsche Schutztruppe Bosten für Bosten aufgeben. Der Feinddringt immer weiter gegen den Ober- und Mittellauf des Sanagavor, zuletzt auch gegen den Unterlauf. Der Rest der Schutztruppezieht sich vor der von allen Seiten heranziehenden Übermacht vonEngländern, Franzosen und Belgiern auf Garua und Jaunde zurückUnd tritt am 6. Febr. 1916 auf das neutrale Gebiet der spanischenKolonie Muni (S. 462) über. König Alfons XIII. läßt die gefangenenDeutschen (etwa 900) in Spanien internieren. — Eine kleine Ab-teilung, die sich in unwegsamer Gegend bei Mora im Norden derKolonie tapfer gehalten hat, muß am 18. Februar 1916 kapitulieren.Damit ist ganz Kamerun den Feinden ausgeliefert.

4. Deutsch-Ostilfl'ika. Anfang August 1914 Beginn derFeindseligkeiten an der Küste. Die englischen Kreuzer „Asträa“und „Pegasus“ beschlagnahmen die in den Häfen von Dar-es-Salamupd Tanga liegenden deutschen Dampfer. Das offene Bagamoyobombardiert. ■— Zugleich Vordringen der Belgier von der Kongo-Kolonie her. Der „Begasus“ durch den deutschen Kreuzer „Königs-berg“ vernichtet (20. Sept.). Vgl. S. 549.

1914. Schlacht bei Tanga. Ein englisches Landungskorps3.—5. Nov. von ungefähr 8000 Mann trotz wirksamer Unter-stützung durch die Geschütze zweier Kriegsschiffe

unter schweren Verlusten (mehr als 2000 Mann) von der deutschenSchutztruppe (im ganzen wenig über 1000 Mann) unter demGeneral-Oberst Lettow-Vorbeck, dem Kommandeur der ostafrika-nischen Schutztruppe, vernichtend geschlagen. Reiche Beute.(Auf deutscher Seite nur 16 Europäer., 48 Askari gefallen). •—Um dieselbe Zeit glückliche Kämpfe gegen englische Truppen inder Gegend des Kilimandscharo und am Viktoria-See.Ende Nov. Dar-es-Salam wiederholt von englischen Kriegsschiffenunter Bruch der getroffenen Verabredungen bombardiert.

1915. Während des ganzen Jahres größere und kleinere Ge-

fechte der deutschen Schutztruppe gegen weiße undfarbige Engländer (Inder), Belgier und Südafrikaner