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Bilder aus der allgemeinen Geschichte : Lehrmittel der Mädchensekundarschule Basel
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Rudolf rückte in Österreich ein, und dessen Einwohner unter-warfen sich ohne Schwertstreich. Ottotar glaubte sich in seinemfesten Lager jenseits der Donau völlig sicher; allein als Rudolfmittels Kähnen eine Schiffbrücke schlug, da bequemte sich derStolze zu Unterhandlungen. Er mußteÖsterreich und alle südlichen Provinzen,die er unrechtmäßig an sich gebrachthatte, herausgeben und behielt nurBöhmen und Mähren. Mit ausgesuchterPracht kam er zur Huldigung. Rudolfaber blieb in seiner schlichten Kriegs-kleidung, und als ihn jemand fragte,ob er nicht seinen königlichen Schmuckanlegen wolle, antwortete er:Nein,der König von' Böhmen hat oft übermein graues Wams gelacht; heute sollmein graues Wams einmal über ihnlachen."

Bald fühlte Ottokar bittere Reue,daß er sich gedemütigt hatte, und schonnach wenigen Wochen brach er denFrieden, hauptsächlich veranlaßt durchdie Vorwürfe seiner herrschsüchtigenGemahlin, die ihm die Tafel nur nochzur Hälfte decken ließ, da er auch nurnoch die Hälfte seiner Staaten besitze.

Aber in der Schlacht auf dem March-felde, bei Wien, verlor der Böhmen-könig Krone und Leben. Sein Landfiel, mit Ausnahme von Böhmen undMähren, an Rudolf. (1278.)

Nun richtete sich des Königs Sorgevor allem darauf, Ruhe und Ordnungim Reiche wieder herzustellen. Er durch-zog es von einem Ende zum andern, saß oft selbst zu Gericht undverhängte strenge Strafen über Frevler und Friedensstörer. InThüringen allein ließ er einst 29 gefangene Raubritter hinrichtenund 66 Raubschlösser der Erde gleichmachen. Ebenso zerstörte eram Rhein, in Franken und Schwaben 72 Raubburgen. So kehrte

YUWM

Rudolf von Habsburg.