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Geschichte : ein Wiederholungsbuch für die Hand der Schüler / bearb. von P. Müller und J. A. Völker
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Phönizier.

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Da sind vor allem die Trümmer von ungeheuren Städten, Tempeln und Palästen.Vor diesen, gleichsam wie Schildwachen, stehen Obelisken, vierseitige bis zu 30 rnhohe Spitzsäulen aus einem einzigen Syenitblock, und Kolosse, Bildsäulen von über-natürlicher Größe, gewöhnlich in sitzender Stellung. Die Obelisken sind gewöhnlichmit Inschriften bedeckt. Von der ungeheuren Ausdehnung der ägyptischen Tempelerhält man einen Begriff, wenn man sich vergegenwärtigt, daß das Dorf Luxor inOberägypten innerhalb der Ruinen eines Tempels erbaut ist. Die Pyramidensind vierseitige, oben spitz zulaufende Bauwerke von ungeheurer Ausdehnung. Ambedeutendsten sind die Pyramiden bei Gizeh, Kairo gegenüber. Die Pyramidedes Cheops ist wenig niedriger als der Kölner Dom, und eine Seite ihrerquadratischen Grundfläche mißt mehr als 200 in! An ihr arbeiteten 100000 Menschen20 Jahre lang. Die Pyramiden dienten als Gräber und Denkmäler für Könige.Das Labyrinth war ein Palast mit 3000 Gemächern, die zur Hälfte über, zurHälfte unter der Erde lagen. Außerdem finden sich Spuren von künstlichen Seenund Kanalanlagen.

Geschichte. Schon um 3000 v. Chr. soll ein ägyptisches Reich mit der Haupt-stadt Memphis bestanden haben. Um 2000 drang aus Asien ein Hirtenvolk eroberndein. Damals war es wohl, als Joseph, der Sohn Jakobs, nach Ägypten kam.Um 1500 wurde Moses geboren. Der berühmteste König ist Ramses II., von denGriechen Sesostris genannt. Er war ein gewaltiger Herrscher, gründete dashundert-torige" Theben und führte glückliche Kriege. Er war wohl der König, welcher dieJuden bedrückte und zu schwerer Arbeit zwang. Psammetich gelangte um 650mit Hilfe griechischer Seeräuber zur Alleinherrschaft, Pharao Necho baute einenKanal vom Nil bis zu den Bittersten und ließ durch die Phönizier Afrika umschiffen.Er wurde von Ncbukadnezar besiegt. Der letzte König von Ägypten, Psammenit,verlor im Kampfe mit dem Perserkönig Kambyscs Thron und Leben, und Ägyptenwurde eine persische Provinz. 331 eroberte Alexander der Große das Land undgründete am nordwestlichen Rande des Nildeltas, die Stadt Alexandria. Nach demUntergang des mazedonischen Weltreichs wurde Ägypten wieder von eigenen Königenregiert, bis es 30 v. Chr. in die Gewalt der Römer kam.

2. Die UHömzier.

Phönizier! und seine Bewohner. Phönizier! war ein 25 Meilen langer,45 Meilen breiter Küstenstrich nordwestlich von Kanaan. Von den Ausläufern desLibanon durchzogen und wenig wasserreich, war das Land weder für den Äckerbaunoch für die Viehzucht geeignet. So waren die Bewohner auf das Meer angewiesen,das in zahllosen kleinen Buchten ins Land eindrang. Der Fischfang machte sie mitden Gefahren des Meeres vertraut und lehrte sie diese überwinden. Bald genügtenihnen nicht mehr ausgehöhlte Baumstämme als Fahrzeuge; sie bauten vielmehr leichtereKähne und erfanden Ruder, Steuer und Segel. Einstmals verschlug der Lturmeinen Schiffer über das offene Meer zu der gesegneten Insel Cypern. Die Kundevon dem Reichtum der Insel lockte zu wiederholter Fahrt. Mit reicher Beuteschifften die Phönizier heim. Der leichte Gewinn, Übervölkerung im Lande und Lustzu Äbenteuern führten sie immer weiter. Sie tauschten Waren und plünderten, wiees gerade glückte. Ihr Geschick wuchs. Sie lernten größere Schiffe bauen, Segelnach dem Wind stellen, dem Sturm ausweichen oder ihm trotzen. Die Sterne desHimmels zeigten ihnen den Weg. Aus armen Fischerdörfern erhoben sich Tyrusund Sidon zum Markte für Syrer und Kananiter.

Der phönizische Handel. So wurden die Phönizier nach und nach dasbedeutendste Handelsvolk des Altertums. Nachdem sie erkannt hatten, daß es für sievorteilhafter sei, als friedliche Kaufleute statt als Räuber an den Küsten zu landen,traten sie in Handelsbeziehungen zu allen Völkern, die sie mit ihren Schiffen erreichenkonnten. Keine Küste war ihnen zu entlegen, kein Meer zu stürmisch! Silber holten