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Geschichte : ein Wiederholungsbuch für die Hand der Schüler / bearb. von P. Müller und J. A. Völker
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Bilder aus der alten Geschichte.

In Rom bewarb er sich um die Gunst des Volkes. Mit vollen Händen warf erdas Geld unter die Leute. Einmal ließ er mehrere hundert Tierkämpfer in silbernenRüstungen auftreten. Er verschwendete zwar sein Vermögen, erreichte aber seinen Zweck,der Liebling des Volkes zu werden.

Cäsar und Pompejus. In Gallien knin Cäsar zum erstenmal in Berührung mitgermanischen Völkern, die unter Ariovist über den Rhein gezogen waren, um sichdaselbst niederzulassen (58 v. Chr.). Er ging sogar zweimal über den Rhein, ohneindes lange daselbst zu verweilen. Auch nach Britannien drang er vor. Pompejusblickte mit Besorgnis auf die Erfolge seines glücklichen Nebenbuhlers. Jetzt besanner sich auf einmal, daß eigentlich der Senat die oberste Behörde im Lande sei.Er verband sich deshalb mit den Freunden der Ordnung und wußte es dahin zubringen, daß der Senat den Eroberer Galliens aufforderte, sein Heer zu entlassenund als einfacher Privatmann nach Rom zurückzukehren. Aber dieser hatte das Ge-horchen längst verlernt. Er kam zwar nach Rom, aber mit seinem Heere.DerWürfel ist geworfen!" rief er, als er den Rubikon, den Grenzfluß Italiens, über-schritt, um mit Pompejus den Kampf um die Alleinherrschaft zu beginnen. Ehe seinGegner daran dachte, stand er siegreich vor den Toren Roms. Pompejus und seinAnhang flohen nach Griechenland. Auch hierher folgteihm fein unerbittlicher Gegner und besiegte ihn bei Phar-salus (48). Pompejus flüchtete weiter nach Ägypten,wo er meuchlerisch ermordet wurde. Seine Anhängerstellten nun große Heere auf, aber alle wurden von Cäsarnach blutigen Schlachten besiegt. Jetzt kehrte Cäsar nachRom zurück und feierte glänzende Triumphe. SeineSoldaten erhielten reiche Belohnungen. 72 MillionenTaler legte er in denStaatsschatz. Unter das Volk ließer Geld, Korn und Öl verteilen und ergötzte es durchglänzende Schauspiele. Zum Schlüsse einer solchen Fest-lichkeit ließ er das ganze Volk an 22000 Tischen aufsköstlichste bewirten. Um den Senat von sich abhängig zumachen, vermehrte er die Zahl der Senatoren durch seineAnhänger auf 900. Ganz Rom gehorchte ihm. Zuseinem Ruhm muß gesagt werden, daß er mit Klugheitund weiser Mäßigung regierte und manche nützliche Ein-richtung schuf.

So führte er den nach ihm beuaunten julian eschenKalender ein. Den Anfang des Jahres sehte er auf den1. Januar fest. Die Zahl der Monate wurde auf zwölflvorher zehn) erhöht, und die Zahl der Tage so festgesetzt, wiesie noch heute besteht. Der neu eingereihte siebente Monatträgt ihm zu Ehren noch heute den Namen Julius, wie derRSmtscher Krieger. achte den Namen seines Neffen, des Kaisers Augustus.

Cäsars Ermordung. Aber es gab doch manchen Bürger, der es nichtertragen mochte, daß einer Herr sei. Es entstand eine Verschwörung, an derenSpitze Cäsars eigener Stiefsohn Brutus stand. Während einer Senatssitzung fielendie Verschworenen über Cäsar her. Als er Brutus auf sich eindriugen sah, dem erunzählige Wohltaten erwiesen hatte, da rief er schmerzbewegt aus:Auch du, Brutus?"hüllte sich in seinen Mantel und sank, von 23 Stichen durchbohrt, zu Boden(44 v. Chr.).

Das zweite Triumvirat. -Oktavianus. Trotzdem erreichten die Mörderihren Zweck nicht. Das römische Volk war so verdorben, daß es sich nicht mehrselber regieren konnte. Bald fanden sich andere ehrgeizige Männer, die nach derHerrschaft strebten. Es bildete sich eilt neues Triumvirat mit den: Zwecke, die repu-blikanische Partei zu unterdrücken und die Provinzen zu teilen. Jahrelang wütete