Buch 
Geschichte : ein Wiederholungsbuch für die Hand der Schüler / bearb. von P. Müller und J. A. Völker
Entstehung
Seite
40
JPEG-Download
 

40

Bilder aus der deutschen Geschichte.

Toulouse von dem Spanier Domiugo Guzmann anfangs des 13. Jahrhunderts gegründet.Die Augustiner lebten anfangs nach den Lehren des Kirchenvaters Augustin als Ein-siedler. Später traten auch sie in Klöstern zusammen. Neben den Mönchsklöstern ent-standen auch Nonnenklöster mit den gleichen Regeln., Die Vorsteher der Mönchsklösterhießen Abt oder Prior, die der Nonnenklöster Äbtissin oder Priorin. Die Abtestanden den Bischöfen an Rang gleich, die Äbtissinnen rc. unterstanden den Bischöfenihres Sprengels.

Die Mönche waren zu einem frommen, sittenstrengen Leben, zur Handarbeit, zurPflege der Hilflosen und Kranken und zum Unterricht der Jugend verpflichtet. DieKlöster trugen sehr viel zur Ausbreitung und Befestigung des Christentums bei. Wosie entstanden, schwanden die Wüsteneien, die Wälder wurden gelichtet, Sümpfe aus-getrocknet, Ackerbau und Tierzucht gefördert. Da mit den Klöstern regelmäßig Schulenverbunden waren, so förderten sie die Bildung und trugen viel zur Besserung derSitten und Vermehrung des Wohlstandes bei. Viele Klöster, wie das in St. Gallenund das auf der Insel Reichenau im Zelter See, waren lange Zeit Pflegestätten derWissenschaft und Kunst. Fromme Leute machten, um sich die Fürbitte der Kloster-leute zu sichern, den Klöstern reiche Schenkungen an liegenden Gütern. So kamenviele Klöster nach und nach in den Besitz ausgedehnter Ländereien und wurden sehrreich. Die Besitzungen des Klosters Lorsch z. B. lagen in ganz Deutschland zerstreutund umfaßten Tausende von größeren und kleineren Gütern mit Feldern, Wäldern,Wiesen und Weinbergen.

Die Karolinger.

8. Kart der Kroße (768814).

Karls Regierungsantritt. König Pipin hatte schon bei Lebzeiten seine beidenSöhne Karl und Karlmann zu Königen der Franken ernennen und salben lassen.Nach des Vaters Tode regierte Karl im Norden und Karlmaim im Süden. Karl-mann starb 771 und Karl wurde nach dem Willen der fränkischen Großen alleinigerHerrscher des Frankenreiches. Karlmanns Witwe floh mit ihren unmündigen Kindern

nach Oberitalien zu ihrem Vater, dem Longobarden-könig Desiderius. Karl, der mit Recht den Bei-namen der Große führt, ist einer jener außerordent-lichen Menschen, die unsere Bewunderung erregennnd deren Fehler und Schwächen man bei ihrenüberwiegenden Verdiensten gern vergißt. Ausge-zeichnet als Krieger, Herrscher und Mensch faßteer zuerst den großen Gedanken, die deutschen Völker-schaften zu vereinen und durch das Christentumeiner höheren Kultur entgegenzuführen. Dieseseine Ziel behielt er bei allen seinen Unterneh-^ mnngen im Auge.

Kriege mit den Sachsen. Neben den Frankenwaren die tapferen Sachsen der kräftigste deutscheVolksstamm. Ihr Gebiet erstreckte sich vom heutigenHolstein bis znm Rheine, und sie schieden sich indie Westfalen, Engern und Ostfalen. Sie warenHeiden und hieltet: fest an ihren altgermanischen Einrichtungen. Durch Fehde- undRaubzüge, die sie in das fränkische Gebiet unternahinen, hatten sie den Franken häufigAnlaß znm Kriege gegeben. Deshalb veranlaßte Karl auf dem ersten Reichstag, dener als. Alleinherrscher in Worms hielt (772), den Beschluß, die Sachsen zu unter-werfen und znm Christentum zu bekehren. Bei dem hartnäckigen Widerstand derSächselt und der häufig notwendigen Anwesenheiten Karls in anderen Teilen seinesausgedehnten Reiches dauerte es aber volle 30 Jahre, bis das Ziel erreicht war.

Gleich auf seinem ersten Zuge nach Sachsen eroberte Karl die feste Eresburg(an der Diemel) und zerstörte das Nationalheiligtnm der Sachsen, die Jrminsul. Dies

Kcirl der Erotze.