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Bilder aus der deutschen Geschichte.
die letzten Züge schon an zu wanken. Da stürzte Konrad von Franken, des KönigsSchwiegersohn, mit seiner todesmutigen Schar mitten unter die Feinde. Auch derKönig verrichtete Wunder der Tapferkeit. Irr kurzem waren die feindlichen Scharenzersprengt. Otto verfolgte sie bis Regensburg. Von jetzt an hatte DeutschlandRuhe vor den verheerenden Einfällen der Ungarn.
Kaiserkrönung. In Ottos Seele, der in allem bemüht war, dem Beispiel desgroßen Karl zu folgen, lebte die Sehnsucht nach der römischen Kaiserkrone. Veran-lassung, nochmals nach Italien zu ziehen, gab ihm Verengen, der seine Lehenspflichtennicht erfüllte. Als deshalb die äußeren Feinde besiegt waren, gab Otto auf einemReichstag zu Worms seine Absicht kund, zum zweitenmal nach Italien zu ziehen.Vorher ließ er seinen Sohn Otto zum König wählen und in Aachen krönen. Dannzog er mit einem großen Heere nach Italien. Verengen, der sich durch ein will-kürliches Regiment verhaßt gemacht hatte, suchte Schutz in einer festen Burg. DieStädte öffneten Otto ihre Tore, und die Bischöfe und Grafen huldigten ihm. ImFebruar 962 zog er in Rom ein und wurde von dem Papste zum Kaiser gekrönt.Otto nannte sich fortan Kaiser des „Heiligen (christlichen) römischen Reichesdeutscher Nation". Damit beginnt die verhängnisvolle Verbindung Deutschlandsmit Italien. Dieselbe wirkte zwar wohltätig auf Kultur und Gesittung Deutschlandsein, brachte aber auch unsägliches Weh über dasselbe; denn nun lag für Jahr-hunderte der Schwerpunkt des deutschen Königtums nicht im eigenen Lande, sondernfern im Süden. Statt ihre Aufgaben, und ihr Glück im Wohlergehen des Vater-landes zu finden, strebten die Könige nach einer Weltherrschaft mit unbestimmten Zielen.Schon nach kurzer Zeit hatte Otto Gelegenheit, das Bedenkliche dieser Verbindung zuerfahren. Der Papst bereute nämlich den mit dem Kaiser geschlossenen Bund, derseine eigene Macht beschränkte. Er setzte sich mit Berengar in Verbindung, versuchteden oströmischen Kaiser in Konstantinopel aufzureizen und war sogar bemüht, dieUngarn zu einem erneuten Einfall zu bewegen. Notgedrungen mußte Otto zumdrittenmal nach Italien ziehen. Er fetzte den Papst Johann XII. ab und bestätigteden von dem Volke und der Geistlichkeit erwählten Papst Leo VIII. Zugleich ließer sich von den Römern das Versprechen geben, daß sie fortan keinen Papst wählenwollten ohne Bestätigung des Kaisers. Schon vorher hatte Otto mit dem Kaiserhosvon Konstantinopel Verbindungen angeknüpft zu dem Zwecke, seinem Sohn undNachfolger die griechische Prinzessin Theophano zu vermählen. Dieselbe sollte Unter-italien als Mitgift erhalten und so das römisch-deutsche Kaiserreich über ganz Italienausgedehnt werden. Endlich ging dieser Wunsch in Erfüllung. Theophano wurdeunter glänzenden: Geleite nach Italien gebracht und in Rom dem deutschen Kaiser-sohne vermählt.
Ottos Ende. Seinen letzten Reichstag hielt Otto in Quedlinburg. Friedeherrschte allerorten; Handel und Kunst blühten und der Wohlstand der Städte wuchs.Gesandte Dänemarks brachten den schuldigen Tribut; die Fürsten von Böhmen,Polen und Ungarn sandten reiche Geschenke. Mit Recht nannte man deshalb Ottoschon bei Lebzeiten den Großen. Kurze Zeit darauf starb er in Memleben undwurde im Dom zu Magdeburg beigesetzt.
Ottos Nachfolger. Otto II. und Otto III. besaßen nicht die Weisheit undHerrschergabe Ottos I. und starben frühe. Sie hatten durch ihre Mütter eine feinereBildung erhalten und fühlten sich deshalb in Italien wohler als in Deutschland. Trotzaller Mühe konnten sie sich aber daselbst nicht behaupten. Nach Ottos II. Tode führtedessen Gemahlin die Regierung für ihren vierjährigen Sohn. Dieser Zeitpunkt schienHeinrich von Bayern, dem Bruder Ottos I., geeignet, doch noch die Kaiserkrone zu er-langen. Da trat Erzbischof Willigis aus Mainz für den jungen König ein. Erverstand es, die Anschläge feines Gegners zu vereiteln und dem jungen König An-hänger zu gewinnen. Nach Ottos III. frühem Tode wurde Heinrich, der Sohn Hein-richs von Bayern, zum König gewählt. Seine fromme Gesinnung und die Hingebungan Kirche und Geistlichkeit verschafften ihm den Beinamen der Heilige. Er warübrigens ein staatskluger und verständiger Mann, dem die deutschen Interessen mehr