Kourad II. und Heinrich III.
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am Herzen lagen als die italienischen. Der kinderlose König Rudolf von Bnrgundsetzte ihn zu seinem Nachfolger ein. In zwei Kriegszügen zwang er die Großen desLandes zur Anerkennung dieses Erbvertrags. Er starb 1024 und wurde nebst seinerGemahlin in dem von ihm erbauten Dom zu Bamberg beigesetzt. — Mit ihm erloschdas sächsische Herrscherhaus.
Aas falifch-sränkifcHe Kaiserhaus.
12. Konrad II. ( 1024 — 39 ) und Keinrich III. (1039 - 56 ).
Konrad II.. von seinen Besitzungen an der fränkischen Saale auch der Saliergenannt, war der Nachfolger Heinrichs II. Seine Wahl erfolgte in der Rheinebenebei Oppenheim; und er wurde durch den Bischof von Mainz im dortigen Dom unterdem lauten Jubel des Volkes gekrönt. Er war ein tatkräftiger und gerechter Herrscher.Als er fein Ansehen in Deutschland fest begründet hatte, zog er nach Italien, umdaselbst die widerstrebenden Städte zum Gehorsam zurückzuführen. In Mailand emp-fing er die eiserne Krone der Langobarden und wurde als König von Italien an-erkannt. Sodann zog er nach Rom, wo er zum römischen Kaiser gekrönt wurde.S-ein Auge war unverwandt auf die Vergrößerung des Reiches gerichtet. DurchErbvertrag erwarb er Bnrgund. Die widerspenstigen Polen wurden bezwungen unddie slavischen Völker zwischen Elbe und Oder znm Gehorsam zurückgeführt. Seinelfjähriger Sohn Heinrich wurde durch Wahl der Fürsten zu seinem Nachfolger be-stimmt und in Aachen gekrönt. Diese Krönung war der erste Schritt zur Begründungeines erblichen Kaisertums, das Konrad sich zur Lebensaufgabe gestellt hatte.
Ernst von Schwaben. Viel Not verursachte ihm sein Stiessohn Ernst vonSchwaben. Dieser, als Neffe des verstorbenen Königs von Burgund, machte An-sprüche auf das burgundische Erbe und strebte durch Gewalt der Waffen sein vermeint-liches Recht zu erlangen. Er wurde jedoch unterworfen und zwei Jahre lang auf derBurg Giebichenstein an der Saale gefangen gehalten. Konrad ließ ihn frei und ver-langte nur, daß er sich von seinen Waffengenossen Wels von Bayern und Werner vonKiburg trenne. Da er sich dessen weigerte, wurde ihm auch sein Erbland entzogen under in die Acht erklärt. Mit einer Schar tapferer Gesellen flüchtete er in den Schwarz-wald, wo er nach tapferer Gegenwehr einem kaiserlichen Heerhaufen erlag.
Gottcssricde«. Durch den Einfluß der Kirche trat in Burgund die Einrichtungdes Gottesfriedens ins Leben. Derselbe bestimmte, daß vom Donnerstag Abend bis zumMontag Morgen alle Waffen ruhen, alle Handlungen der Rache und Selbsthilfe unter-bleiben sollten. Dem Raub- und Fehdewesen wurde so durch die Macht der Religioneine wohltätige Schranke gesetzt. Das schutzlose Bolk griff mit Begierde nach dem dar-gebotenen Gut wie nach einem Rettungsanker. Durch den Einfluß Konrads II. undseines Nachfolgers fand der Gottesfriede auch Eingang in Deutschland. Als aber späterin den Zeiten des Faustrechts die Gemüter verwilderten, erwiesen sich die kirchlichenFriedensgebote unwirksam und kamen bald gänzlich außer Übung. .
Heinrich III. war niit denselben Tugenden ausgerüstet wie sein Vater. Auchin seiner Seele lebte das stolze Gefühl von der Größe und Herrlichkeit der Kaiser-macht. Die Macht der Fürsten suchte er dadurch zu schwächen, daß er die großenLehen unbesetzt ließ, oder sie an ihm ergebene Edelleute verlieh. Wie sein Vatererkannte auch .er seine vornehmste Lebensaufgabe darin, die Kaiserwürde erblich zumachen. Nie hatte das deutsche Reich eine solche gewaltige Stellung eingenommen alsunter ihm. Sein Zepter erstreckte sich über Italien, Bnrgund, Lothringen und dieNiederlande. Ungarn, Böhmen und Polen erkannten die kaiserliche Oberlehensherr-schaft an, und die Könige von Dänemark waren seine Vasallen. Selbst Frankreichzitterte vor der Macht des Kaisers. Leider starb Heinrich plötzlich, erst 39 Jahre alt.Mit ihm sanken seine hohen Entwürfe ins Grab. Der Erbe des verwaisten Herrscher-thrones war ein sechsjähriges Kind.
Heinrichs Einfluß auf dem Gebiet der Kirche. Auf dem Gebiet der Kircheübte Heinrich einen wohltätigen Einfluß, indem er sie von dem Gebrechen der Simoniebefreite. Man versteht darunter die im Laufe der Zeit eingerisfene Unsitte, hohe geist-Geschichte. K. (Emil Noth in Gießen.) 3. Aufl.H 4