Albrecht I. Die Schweizer Eidgenossenschaft.
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Rudolf sichert dcu Landfriede«. Die Ordnung im Reiche wiederherzustellen,ließ Rudolf sich besonders angelegen sein. Er zog im Reiche umher, um strengesGericht über die adeligen Wegelagerer zu halten und sich der bedrängten Städte an-zunehmen. In Thüringen allein ließ er 29 Raubritter hinrichten und 66 Burgenzerstören. In Franken und am Rhein erlagen' in einem Jahr 70 Burgen seinerstarken Hand. Er sagte: „Ich halte keinen für adelig, der von unrechter Hantierunglebt!" Aber das Streben des Königs, seinem Geschlecht die Nachfolge zu sichern,begegnete dem stärksten Widerstand. In Germersheim befiel ihn eine Krankheit', dieseinem bewegten Leben ein Ende machte. Im Dom zu Speier liegt er begraben.
Rudolfs Charakter. Rudolfs Einfachheit, Tugend und Rechtschaffenheit gewannenihm nicht weniger Verehrung als sein Verstand, seine richterliche Unparteilichkeit undseine Kriegstaten. Nach seinem Tode wurden von ihm eine Menge Geschichten erzählt,welche dies beweisen. So soll er seinen einfachen grauen Wams, wenn's not tat, selbstausgebessert haben. Als es auf einem Feldzug an Nahrung fehlte, zog er eine Rübeaus dem Acker und verzehrte sie mit den Worten: „Solange wir die noch haben,werden wir nicht verhungern". Als seine Kriegsleute einst einen armen Mann zurück-weisen wollten, verwies er es ihnen mit den Worten: „Bin ich denn König, um micheinschließen zu lassen?" Als man ihm einst sagte, er sei allzugütig, antwortete er:„Es hat mich schon oft gereut, daß ich zu streng war; nie aber wird es mir leid sein,daß ich zu gütig gewesen bin". Bekannt ist Rudolfs Erlebnis mit einer Bäckers-frau in Mainz.
Adolf von Nassau (1291—1298). Furcht vor der rasch emporstrebenden Machtder Habsburger und Abneigung gegen Rudolfs harten und habgierigen Sohn Albrechtbewog die Kurfürsten, auf Vorschlag des Erzbischofs von Mainz den ritterlichen Adolfvon Nassau zum König zu wählen. Vor der Wahl hatten die Kurfürsten von Mainzund Köln sich Städte- und Ländergebiete versprechen lassen, über die der König garkein Recht hatte. Als dieser nun seine Versprechungen nicht halten konnte oder wollte,sah er sich bald von seinen ehemaligen Freunden verlassen und gehaßt. Dazu kam,daß er, gleich den Habsburgern, mit allen Mitteln nach Vergrößerung seines kleinenGebiets strebte. Dadurch wurde die Bildung einer Gegenpartei unter Albrecht von Öster-reich sehr erleichtert. Es kam zur Entscheidung durch die Waffen. Bei Göllheimam Donnersberg verlor Adolf (1298) Schlacht und Leben.
2V. Alörecht I. (1298—1308). Die Schweizer Eidgenossenschaft.
Albrecht I., der älteste Sohn Rudolfs von Habsburg, war ein tatkräftiger undentschlossener Mann. Die Pläne seines Vaters, Gründung einer Erbmonarchie undBefestigung der Habsburgischen Hausmacht, verfolgte er mit großer Entschiedenheit.Seine ganze Regierungszeit ist deshalb erfüllt mit Kämpfen gegen Holland, Burgund,Böhmen und Thüringen. Doch hatte er im ganzen wenig Erfolg. Als Vormundfeines Neffen Johann von Schwaben hatte er diesem sein väterliches Erbe vorent-halten. Obgleich ihn der Jüngling mehrmals darum bat, so vertröstete er ihn immerwieder auf die Zukunft. Da erwachte tiefer Groll in dessen Herzen. Er verband sichmit einigen seiner Freunde und — als Albrecht in einem Kahn über die Reuß setzte,fielen die Verschworenen über ihn her und ermordeten ihn angesichts seiner Stammburg.
Gründung der Schweizer Eidgenossenschaft. Tellsage. Die Grafen von Habs-burg übten im Namen des Reichs die Schirmvogtei über die Landschaften am Vier-waldstätter See: Schwyz, Uri und Unterwalden. Albrecht, damit nicht zufrieden, be-schloß diese Gebiete an sein Haus zu bringen. Da die freiheitsliebenden Schweizer sichseinen Wünschen nicht fügten, so schickte er Vögte ins Land, welche das Volk auf jedemögliche Weise drückten und „quälten. Unter diesen taten sich besonders Geßler undLandenberg hervor. Da der Übermut dieser Vögte immer unerträglicher wurde, sokamen 33 Männer auf einer einsamen Waldwiese, dem Rütli, zusammen und schwuren,ihr Vaterland von der Tyrannei zu befreien. Geßler wurde immer kühner, er ließ,wie die Sage erzählt, in Altdorf auf einer hohen Stange einen Hut aufrichten undgebot, daß jeder Vorübergehende demselben Ehrfurcht erweisen solle. Der Schütze Wil-helm Teil weigerte sich dessen und wurde ergriffen. Zur Strafe gebot ihm Geßler, einenApfel vom Haupte seines Knaben zu schießen. Tell vollbrachte dieses Wagstück. Auf